erschienen in: Neues Deutschland
Anwohner der Admiralbrücke können nachts nicht schlafen und laufen morgens durch Scherbenhaufen.
“Brrrt, brrrt, Papadam!”, schallt es grell über die Admiralbrücke. Nicht nur der umtriebige Bangladeshi mit dem Eimer voll pfeffriger Backwaren hat die Brücke über dem Landwehrkanal für sein Geschäft entdeckt. Je wärmer die Abende, desto voller die Brücke, desto besser der Umsatz – das wissen auch Flaschensammler, Straßenmusiker und die Betreiber der Pizzeria und des Kiosks nebenan. Seit einigen Sommern versammelt sich Abend für Abend ein buntes Völkchen auf der verkehrsberuhigten Brücke und genießt bei Musik, Eis, Pizza und Bier die mediterrane Atmosphäre. Für viele ist es die “ultimative Berlin-Experience” und dank Erwähnung in Reiseführern längst kein Geheimtipp mehr. Spät nachts allerdings kippt häufig die friedliche Atmosphäre. Weiter…