Nils Dagsson Moskopp: Kultur für alle

Nils Dagsson Moskopp aka erlehmann
Nils Dagsson Moskopp hat ein CC-Plugin für die Blog-Software WordPress programmiert. Damit können Blogger Fotos, Videos und Audios mit einer Creative-Commons-Lizenz darstellen.

Creative Commons erlaubt Urhebern, selbst zu entscheiden, wie sie ihre Werke im Netz lizensieren möchten. Ob andere sie ganz frei, für kommerzielle oder nur nicht-kommerzielle Nutzung verwenden und verändern dürfen oder nicht.

Auch, wenn Nils Moskopp die Entscheidungsmöglichkeit durch Creative Commons gut heißt und ihre Umsetzung durch sein Plugin vereinfachen möchte – der 22-jährige Programmierer und Blogger glaubt selbst nicht an Einschränkungen. Aus seiner Sicht gehört Kultur der Gemeinschaft, die diese Werke auch frei nutzen, verändern und „remixen“ können soll.

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7 Antworten auf „Nils Dagsson Moskopp: Kultur für alle“

  1. „Vor allem, weil es natürlich im Kontext von anonymen Internet-Foren nicht wirklich möglich ist, zu erzwingen, dass sich Leute daran halten. Also, Leute werden das einfach machen, und das untergräbt dann natürlich die Autorität der Lizenz.“

    @Nils Kann man so nicht gegen jede Art von Verboten argumentieren? Es untergräbt ja auch die Autorität des Gehwegs, wenn alle den Trampelpfad nehmen, oder die Autorität des Verbots von Waffenbesitz, wenn Leute eine Waffe im Schrank haben.

  2. In der Tat. Ich halte ich es nicht für zielführend, in einer Gesellschaft, in der Verbote, welche nicht direkt grundlegende Normen (siehe Menschenrechte) berühren, weitgehend missachtet werden, diese aufrecht zu erhalten.

    Regelungen – zum Urheberrecht, aber auch zum Drogen- oder Waffen-besitz – sind ja nicht Selbstzweck, sondern dienen zur Verwirklichung konkreter Ziele. [Wenn ich rhetorisch geschickter wäre, stände an dieser Stelle ein cleverer, witziger Vergleich von Sexualkunde und abstinence only.]

  3. Du willst eine verbotsfreie Welt? Alle dürfen alles, solange nicht Menschenrechte betroffen sind?
    Wo fängt denn dann bei dir der Raum an, in dem Regeln nötig sind? Mach mal ein Beispiel.

    Und zu CC:
    Würdest du, wenn du von deinen Inhalten im Netz leben müsstest, trotzdem alles ganz frei lizensieren? Und wie würdest du dabei Geld verdienen?

  4. Ich möchte tatsächlich tendenziell eher eine Welt mit weniger Verboten für Individuen. Das heißt aber nicht, dass ich Regelungen per se ablehne: Amoralische Ordnungsvorschriften, etwa dazu, auf welcher Straßenseite man (vorwarst) fahren sollte, erleichtern das Leben ungemein. Gleichermaßen halte ich Verbraucherschutz für sehr wichtig – hierzu zählt auch Markenrecht.

    Regeln sind nötig, wenn beteiligte Personen sich nicht einig sind. Ich möchte ja aber eben nicht keine, sondern andere Regeln. Ein Beispiel für nicht vorhanden Regeln ist etwa die Unsitte, bei Computern das Installieren von vom Hersteller unerwünschter Software zu verhindern. Wenn ein iPad oder Milestone allerdings so beschränkt ist, wird dem Individuum die Hoheit über sein Eigentum vorenthalten. Hier sehe ich Handlungsbedarf.

    Interessanterweise tritt dort exakt das Problem zu Tage, was ich an der ursprünglich zitierten Stelle ansprach: Wer extensive geistige Monopolrechte durchsetzen will, muss dazu extensive Kontrolle ausüben.

  5. Zur letzten Frage: Ich habe bisher nur sporadisch bezahlte Schreibarbeit – vor Allem Web-Programmierung – erledigt. Die Ergebnisse sind aber unter freien Lizenzen erhältlich, eben weil ich das als Voraussetzung für meine Arbeit setzte. Dokumente werden so sozusagen freigekauft.

    Ich kann mir gut vorstellen, Inhalte für eine bestimmte Zeit exklusiv zu lizensieren, das müsste man im Einzelfall verhandeln. Solange es aber nicht um die verdammte nationale Sicherheit geht, habe ich wenig Interesse daran, dass der Verbreitung (und Verbesserung) meiner Erzeugnisse Gründe im Wege stehen könnten, an denen ich kein eigenes Interesse habe.

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