EU-Datenschutz, NASA-Code und die Kopimisten

Samstag, 07. Januar 2012

Medien und Meinungen für Breitband

Es gibt Details zum Entwurf der neuen EU-Datenschutz-Verordnung. Die soll es Facebook, Google und Co. schwerer machen, Datenprofile der Nutzer anzufertigen. Nutzer sollen ein Recht auf Kopie und Mitnahme eigener Daten aus sozialen Netzwerken und auf das Löschen persönlicher Daten bekommen. Ob die Grundeinstellung “Privacy by Default” umgesetzt wird? Ende Januar soll der Entwurf fertig sein.

Für die zweite Meldung geht’s ins All. Die Nasa stellt ihren freien Programmcode zur Verfügung und lädt zum Mitmachen ein. Code.nasa.gov heißt die Webseite, auf der die US-amerikanische Raumfahrt-Behörde ihre freie Software verfügbar machen will. Das ist erstmal noch keine Raketenantriebssoftware. Auf dem NASA-Code-Repositorium bei Git liegen bisher unter anderem eine Android-Wetter-App, die Wetterberichte von anderen Planeten zeigt, und ein Programm zur Betrachtung von 3D-Weltkarten. Vielleicht ist ja bald was dabei, was ins All fliegt.

Die dritte Meldung kommt aus dem Norden. Schweden ist unserer Zeit wieder voraus und soll eine Gruppe Filesharer als religiöse Gemeinschaft anerkannt haben: Die Kirche der Kopimisten. Kopimisten glauben an das Kopieren, halten Daten für heilig und Kopierschutz ist für sie eine Sünde. Im dritten Anlauf soll es der 2010 gegründeten Gruppe gelungen zu sein, als religiöse Gemeinschaft anerkannt zu werden. Das ausschlagende Kriterium für die Behörden: Die Kopimisten halten Kopier- und Remix-Rituale ab. Das klingt wie ein Hoax. Oder sind die Kopimisten wirklich die erste konsequente “Netzgemeinde”?

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Update 10.1.2012: Das schwedische Kammerkollegiet hat bestätigt, dass die Kopimisten tatsächlich anerkannt wurden.

18.01.2012…und die New York Times hat sich die Kopimisten nochmal genau angeschaut: The First Church of Pirate Bay

Stop Online Piracy Act, CC 4.0, Facebook-Lob

Samstag, 17. Dezember 2011

Medien und Meinungen für Breitband

In der ersten Meldung beschäftigt uns SOPA, ein umstrittenes Gesetzes-Vorhaben zu Online-Piraterie, das gerade in den USA verhandelt wird. Unternehmen und Organisationen machen im Netz dagegen massiv mobil. Kritiker befürchten, dass der “Stop Online Piracy Act” das Web 2.0 unmöglich machen könnte und eine Infrastruktur für Zensur schaffe. Die geplanten Regelungen würden es den USA gestatten, Internetanbieter zur Sperrung von Webseiten zu zwingen, sobald der Verdacht besteht, dass das Urheberrecht oder Markenrecht verletzt worden ist.

Um Urheberrechte geht es auch in der zweiten Meldung. Creative Commons plant eine neue Version der Netz-Lizenzen. Denn mit dem System der derzeitigen CC-Lizenzen, Version 3.0, gibt es in der Praxis immer wieder Probleme. Die neue, vierte Version des Lizenzmodells soll schon vor dem ersten Entwurf öffentlich diskutiert werden. In etwa einem Jahr sollen die Creative Commons 4.0 Lizenzen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Die dritte Meldung klingt sensationell: Deutsche Datenschützer loben Facebook! Denn Facebook drückt den deutschen Nutzern ihr neues Interface, die sogenannte Chronik nicht auf. Für den Zeitstrahl können sich Nutzer bewusst entscheiden, und dann noch eine Woche an ihr herumdoktorn, bevor alle sie sehen. Wegen der Datenmengen sehen die Datenschützer die Chronik aber gleichzeitig auch kritisch. Einige Nutzer sollen Facebook schon verlassen haben – abstellen kann man die Chronik, mit der auch alte Einträge wieder auftauchen, nicht mehr.

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Dreckige Daten: Wie grün ist die Wolke?

Samstag, 10. Dezember 2011

Netztechnologien produzieren CO2. Wie lässt sich das beziffern?

Besprechung für Breitband, Kurzfassung auf Fluter.de

IT-Lösungen als “smarte” Instrumente gegen den Klimawandel – so bewirbt die International Telecommunication Union ITU ihre Branche anlässlich des Klimagipfels in Durban.

Doch Umweltschutzorganisationen werfen IT-Unternehmen vor, den Klimawandel selbst voran zu treiben – etwa wenn riesige Serverfarmen mit Kohlestrom betrieben werden.

Wie relevant ist der ökologische Fußabdruck der digitalen Welt, und wie berechnet man ihn in Zahlen? Ich habe mir das anhand der “CO2-Videosekunde” angeschaut.

Kurz
3:25

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17.1.2012 Fluter

Lang
6:40

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10.12.2011 Breitband

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Das Netz als Karte

Montag, 28. November 2011

Reportage für Breitband

Eine jahrhundertealte Kulturtechnik zur Problemlösung ist die Kartografie. Mit Landkarten, Organigrammen oder Mindmaps versuchen wir, die Welt besser zu verstehen und ihre Vielfalt in den Griff zu kriegen.

Im digitalen Zeitalter bekommt Kartierung eine ganz neue Dimension. Wir surfen mit GoogleEarth um den Globus, geben bei Facebook oder Foursquare ein, wo wir gerade sind, bauen mit der OpenStreetMap eine nutzergenerierte Weltkarte und zeichnen durch Geotags unsere Position und Bewegung nach.

Wie verändert das Netz als Karte unser Verständnis von Raum, Zeit und uns selbst? Damit beschäftigt sich die Ausstellung “Tracing Mobility” in Berlin, die in dieser Woche eröffnet wurde. Ich habe sie besucht und mit einigen der Künstler gesprochen. >> Mp3 hören

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Bild: Simon Faithfull, “Going Nowhere 2011” (Ausschnitt)

Nachhaltigkeit für die Hosentasche

Montag, 14. November 2011

Was machen, kaufen, besser vermeiden? Wer schon mal versucht hat, nachhaltiger zu leben, weiß, wie kompliziert das ist. Smartphone-Apps sollen helfen, sich im Alltag besser zu entscheiden. Die kleinen Anwendungen scannen unterwegs Barcodes, vermitteln ökologische Zusammenhänge, errechnen CO2-Bilanzen und liefern Informationen zu Produkten und Händlern.

Für DRadio wissen habe ich mit einigen Apps einen kleinen Selbsttest gemacht. Ich habe meinen Wasserverbrauch geschätzt und bin Fischkaufen gegangen:

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Einen Überblick habe ich für Zeit online geschrieben.

Links zu den Apps aus dem Beitrag und zu noch mehr Nachhaltigkeits-Apps gibt es hier… (weiterlesen…)