Sterile Fische aus der Maschine

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Das Künstlerpaar Revital Cohen und Tuur Van Balen erkundet die Grenze zwischen natürlichem und künstlichem Leben. Ich habe mir ihr neues Werk Sterile, zu sehen in Berlin, angeschaut: Sterile Fische, die von einer Maschine produziert werden und selbst zu Maschinen werden Sterile Fische aus der Maschine weiterlesen

Der Fußabdruck unserer Gadgets

Wieso landen unsere Geräte so schnell auf dem Müll und in der Schublade, wenn ihre soziale und ökologische Bilanz so verheerend ist – und wie ändern wir das? Im Breitband-Talk diskutiert Philip Banse mit drei Gästen. Der Fußabdruck unserer Gadgets weiterlesen

Gesund debuggt

Eine düstere Prognose mit gutem Ausgang: Das ist die Geschichte von Lukas Hartmann. Nachdem der Programmierer dem Dienst 23andme eine Probe seiner DNA geschickt hatte, bekam er die Nachricht: Menschen mit einer Mutation wie seiner entwickeln häufig eine schwere Krankheit – die tödlich enden kann. Der Programmierer ließ das nicht auf sich sitzen und „heilte“ sich selbst – in dem er den Bug, den Fehler im System fand.

(Beitrag ab Minute 13)

Aber wieso überlassen Leute wie Hartmann überhaupt ihre DNA einem Analysedienst – oder laden sie sogar ins Netz? Breitband | Deutschlandradio Kultur fragt nach: Erbe gut, alles gut?

DNA Origami by Alex Bateman on Flickr, CC-BY

Danke an Jule für die Neufassung :)

Fehler im System: Lukas Hartmann über 23andme

Wer kontrolliert heute eigentlich noch wen: Der Mensch die Maschine oder die Maschine den Menschen? Dass es ein Wechselspiel werden könnte, legt der Fall von Lukas Hartmann nahe – ein neugieriger Entwickler, der wissen wollte, was in seiner DNA geschrieben steht. Der Analysedienst, bei dem er sich anmeldete, stellte die Anlage auf eine potenziell tödliche Krankheit fest – bis der Programmierer sich selbst “heilte”. Dank offener Daten kam er auf die Spur des Fehlers im Algorithmus.

 

Für Deutschlandradio Kultur Breitband

Bild: DNA Origami by Alex Bateman on Flickr, CC-BY

Euch vermeiden, mich verlieren

Die Stadt der Zukunft ist vernetzt. Sie verbindet Menschen effizient mit Dingen, mit Orten und anderen Menschen. Doch es geht auch anders, als es die Smart-City-Logik will.

Statt besonders effektiv von A nach B zu fahren, kann man sich in der Stadt wunderbar verlieren und aus dem Weg gehen. Und auch dafür gibt es eine App: Mit “Hell is other people”, frei nach Sartres „die Hölle, das sind die anderen“, sieht man auf einer Karte, wo man seine (Foursquare-)Freunde bestmöglichst vermeiden kann. “Drift” will dem Flaneur helfen, sich in seiner gewohnten Umgebung zu verlaufen.

Ich habe die Apps ausprobiert, dabei allerlei Dadaistisches erlebt und mit Moritz von Rappard, der sich bestens in der Kunst des Flanierens auskennt, darüber gesprochen, wie subversiv solche Apps eigentlich wirklich sind – und was noch viel, viel subversiver wäre – die „analoge Senke“.

Vor der Reportage bei Breitband gibt es Ausschnitte aus Marina Schweizers Interview mit dem Erfinder von „Hell is Other People“ zu hören:

Eins mit der Technik?

Die einen gruseln sich davor, andere können es kaum erwarten: Computer, die wie Kleidung sind – etwa die „Google-Brille“, die das Netz direkt vor unser Auge bringt. Ist das der notwendige nächste Schritt nach dem Smartphone? Wie weit wollen wir mit unserer Technik verschmelzen?

Breitband-Talk mit Gesche Joost, Karsten Weber und Philip Banse. Redaktion: Anja Krieger.

 

Bild: Notrufstrickjacke „Knit Alarm“ aus dem Design Research Lab.

Mey Lean Kronemann über Hacken und Monogamie

Im Projekt der Berliner Künstlerin Mey Lean Kronemann geht es um Beziehungen: Beim Lovepicking öffnet sie die Liebesschlösser, die Paare zum Zeichen ihrer Verbundenheit an Brücken hängen, rekombiniert sie und setzt sie wieder zusammen. Das Lockpicking, das zerstörungsfreie Öffnen von Schlössern, hat in Hackerkreisen lange Tradition. Mey Lean Kronemann über Hacken und Monogamie weiterlesen

Matthias Bauer über Nerd-Gesundheit

Lange Nachtschichten vorm Bildschirm, wachgehalten von Kaffee und Koffein, schlechte Ernährung, wenig Schlaf: Für viele Hacker und Computer-Nerds ist der Körper ein System, das sie gern vernachlässigen, oder auch Matthias Bauer über Nerd-Gesundheit weiterlesen

Yoani Sánchez bloggt aus Kuba

Die kubanische Bloggerin Yoani Sánchez schreibt seit vielen Jahren sehr politisch über die Zustände auf ihrer Heimatinsel Kuba. Auf der re:publica hat sie ihren BOBs Deutsche Welle Blog Award entgegen genommen Yoani Sánchez bloggt aus Kuba weiterlesen

Daniela Silva über den Hackerbus

Wenn in einer brasilianischen Kleinstadt ein Reisebus anhält und statt Stadtführung ein politischer Workshop dabei heraus kommt, stehen die Chancen nicht schlecht, Daniela Silva zu treffen. Mit dem Hacker Bus aus São Paulo bringt die junge Frau die Kultur der Hacker und Selbermacher in den Rest des Landes Daniela Silva über den Hackerbus weiterlesen

Kollaborativer Konsum

Über das Internet können wir nicht nur Bits und Bytes, sondern auch ganz reale Dinge teilen: Autos, Bücher, Zimmer oder die Bohrmaschine. “Was meins ist, ist auch deins” fasst Rachel Botsman die Einstellung hinter dem „kollaborativen Konsum“ zusammen. Sie sieht darin den Konsum der Zukunft.

Kann sich die Idee des Ko-Konsums durchsetzen oder scheitert sie an der Realität? Und welche Rolle spielt das Netz? Die Ökonomie des Teilens haben wir uns am Samstag bei Breitband genauer angeschaut: Vera Linß und Marcus Richter sprechen mit dem Umweltökonom Nico Paech über die Bedingungen für eine „Shareconomy“ und das Potenzial neuer Konsumformen. Und wir werfen einen Blick auf Netz-Projekte, die das Tauschen, Teilen und Weitergeben von Dingen vereinfachen wollen.

Das ungeschnittene Interview mit Nico Paech gibt es online in voller Länge zu hören.

Darin zwei spannende Aspekte, die es nicht in die Sendung geschafft haben: Einerseits die Frage, was das Teilen, Tauschen und Weitergeben mit Privatsphäre und dem Gefühl von Individualität macht (bei 9:00 im Mp3) andererseits die nach dem Unterschied zwischen kommerziellen und nicht-kommerziellen Projekten (bei 2:30 im Mp3):

Welchen Unterschied macht das, ob Geld fließt oder nicht?

„Wir haben in modernen Ökonomien ein Wachstumsproblem. Und wenn wir glauben, wir könnten die Ökologisierung unserer Wirtschaft dadurch herstellen, dass wir einfach neue Dienstleistungen oder auch neue sogenannte grüne Technologien (…) in Gang setzen, dann übersehen wir, dass das zusätzliche Geld, das damit verdient wird, wiederum zusätzliche Nachfrage generiert, nämlich nach Gütern und Dienstleistungen jeglicher Art, deren Produktion oder Bereitsstellung niemals zum ökologischen Nulltarif zu haben ist. Deshalb sind entkommerzialisierte Formen der neuen Versorgung natürlich unter dem Aspekt einer nachhaltigen Entwicklung oder (…) einer sogenannten Postwachstumsökonomie natürlich klar im Vorteil.“

Das finde ich eine ziemlich rigorose, interessante Haltung: Wenn Anbieter oder Nutzer von Plattformen zum Teilen, Tauschen, Leihen, Verschenken usw. Geld verdienen, dann wird dieses Geld wieder für neuen Konsum eingesetzt und das läuft der Postwachstums-Idee entgegen.

Auf der anderen Seite könnte man auch entgegnen, dass gerade die Möglichkeit, Geld zu verdienen, die Leute möglicherweise motiviert, Sachen zu teilen oder weiterzugeben. Und kommt es beim Geldausgeben nicht auch darauf an, wofür man wieviel ausgibt? Aus Paechs Antwort ergeben sich jedenfalls spannende Fragen zum Weiterdenken.

Suchmaschine zum Selbermachen


 
Suchmaschinen sind die zentralen Filter, die bestimmen, was wir im Web finden. Über die Macht ihrer Betreiber und ihre gesellschaftliche Bedeutung haben wir am Samstag bei Breitband gesprochen.

Statt uns die Antworten auf unsere Fragen von Google, Bing und Co. immer bloß vorsetzen zu lassen, können wir Suchmaschinen als Nutzer auch selbst betreiben. Ein Programm, mit dem das geht, ist YaCy. Es verknüpft einzelne Rechner zu einer dezentralen Suchmaschine. Wenn man sich YaCy auf den Rechner lädt und laufen lässt, wird man zum Teil eines Suchmaschinen-Netzwerks, in dem Nutzer die Suchergebnisse selbst zusammentragen.

Wie das geht, hört ihr im Beitrag zum Thema Suchmaschinen nach dem Gespräch mit Joris van Hoboken. Um YaCy geht es ab Minute 11:45, hier der Mp3-Link. Ich habe dafür mit Michael Christen gesprochen, der die Suchmaschine entwickelt, und mit Dirk Lewandowski, der mir als Suchmaschinenexperte erklärt hat, wieso auch YaCy seine Nachteile hat. Leider klingen die Töne etwas dosig, weil unsere VoIP-Verbindung nur mäßig gut lief.

Auch, wenn so eine dezentrale Suchmaschine langsamer und weniger konstant Ergebnisse liefert, finde ich YaCy als einen Baustein, der „Host your Own“ als Idee umsetzt, ziemlich interessant. Vielleicht nimmt man ja auch die Nachteile in Kauf, wenn man dafür eine an die eigenen Bedürfnisse angepasste Suchmaschine bekommt, die nicht mitschreibt, was man alles sucht, und bei der keiner mehr zentral bestimmen kann, was man aus dem Web vorgesetzt bekommt und was nicht?