Bioplastik statt Jutebeutel? Das Versprechen der Ökokunststoffe

Bioplastik-Forschung im Labor der BASF in Ludwigshafen. Foto: Anja Krieger. Keine freie Lizenz.

Plastik galt einmal als Material der Zukunft, leicht, günstig, universell einsetzbar. Heute sind Kunststoffe in Verruf geraten. Das Versprechen von Bioplastik klingt da verführerisch: Die Vorteile des Plastik nutzen zu können, ohne Gesundheit und Umwelt zu gefährden. Doch die Ökobilanz der Biokunststoffe ist durchwachsen. Wo liegt ihre Zukunft? Beitrag nachlesen

Deutschlandradio Kultur | Forschung + Gesellschaft | 26.4.2012 | 28 Min

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EU-Datenschutz, NASA-Code und die Kopimisten

Medien und Meinungen für Breitband


Es gibt Details zum Entwurf der neuen EU-Datenschutz-Verordnung. Die soll es Facebook, Google und Co. schwerer machen, Datenprofile der Nutzer anzufertigen. Nutzer sollen ein Recht auf Kopie und Mitnahme eigener Daten aus sozialen Netzwerken und auf das Löschen persönlicher Daten bekommen. Ob die Grundeinstellung „Privacy by Default“ umgesetzt wird? Ende Januar soll der Entwurf fertig sein. Für die zweite Meldung geht’s ins All.

Die Nasa stellt ihren freien Programmcode zur Verfügung und lädt zum Mitmachen ein. Code.nasa.gov heißt die Webseite, auf der die US-amerikanische Raumfahrt-Behörde ihre freie Software verfügbar machen will. Das ist erstmal noch keine Raketenantriebssoftware. Auf dem NASA-Code-Repositorium bei Git liegen bisher unter anderem eine Android-Wetter-App, die Wetterberichte von anderen Planeten zeigt, und ein Programm zur Betrachtung von 3D-Weltkarten. Vielleicht ist ja bald was dabei, was ins All fliegt.

Die dritte Meldung kommt aus dem Norden. Schweden ist unserer Zeit wieder voraus und soll eine Gruppe Filesharer als religiöse Gemeinschaft anerkannt haben: Die Kirche der Kopimisten. Kopimisten glauben an das Kopieren, halten Daten für heilig und Kopierschutz ist für sie eine Sünde. Im dritten Anlauf soll es der 2010 gegründeten Gruppe gelungen zu sein, als religiöse Gemeinschaft anerkannt zu werden. Das ausschlagende Kriterium für die Behörden: Die Kopimisten halten Kopier- und Remix-Rituale ab. Das klingt wie ein Hoax. Oder sind die Kopimisten wirklich die erste konsequente „Netzgemeinde“?


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Update 10.1.2012: Das schwedische Kammerkollegiet hat bestätigt, dass die Kopimisten tatsächlich anerkannt wurden.

18.01.2012…und die New York Times hat sich die Kopimisten nochmal genau angeschaut: The First Church of Pirate Bay

Stop Online Piracy Act, CC 4.0, Facebook-Lob

Medien und Meinungen für Breitband


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In der ersten Meldung beschäftigt uns SOPA, ein umstrittenes Gesetzes-Vorhaben zu Online-Piraterie, das gerade in den USA verhandelt wird. Unternehmen und Organisationen machen im Netz dagegen massiv mobil. Kritiker befürchten, dass der “Stop Online Piracy Act” das Web 2.0 unmöglich machen könnte und eine Infrastruktur für Zensur schaffe. Die geplanten Regelungen würden es den USA gestatten, Internetanbieter zur Sperrung von Webseiten zu zwingen, sobald der Verdacht besteht, dass das Urheberrecht oder Markenrecht verletzt worden ist.

Um Urheberrechte geht es auch in der zweiten Meldung. Creative Commons plant eine neue Version der Netz-Lizenzen. Denn mit dem System der derzeitigen CC-Lizenzen, Version 3.0, gibt es in der Praxis immer wieder Probleme. Die neue, vierte Version des Lizenzmodells soll schon vor dem ersten Entwurf öffentlich diskutiert werden. In etwa einem Jahr sollen die Creative Commons 4.0 Lizenzen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Die dritte Meldung klingt sensationell: Deutsche Datenschützer loben Facebook! Denn Facebook drückt den deutschen Nutzern ihr neues Interface, die sogenannte Chronik nicht auf. Für den Zeitstrahl können sich Nutzer bewusst entscheiden, und dann noch eine Woche an ihr herumdoktorn, bevor alle sie sehen. Wegen der Datenmengen sehen die Datenschützer die Chronik aber gleichzeitig auch kritisch. Einige Nutzer sollen Facebook schon verlassen haben – abstellen kann man die Chronik, mit der auch alte Einträge wieder auftauchen, nicht mehr.

Djüpp-djüpp-djüpp

Die Plattform quote.fm sammelt Zitate
Breitband-Besprechung


 

Startups sind gelegentlich Unternehmen, die Probleme lösen, von denen wir nicht wussten, dass wir sie haben. Beispiel: Quote.fm – eine Plattform zwischen Bookmarking-Dienst und sozialem Netzwerk, auf der Zitate aus gutem altem Text gesammelt und geteilt werden. Da bekommt man Leseempfehlungen mal anders, nicht über Titel oder Links, sondern verlinkte Textstellen. Ein bisschen mysteriös ist der aktuelle Hype um die Online-Zitatsammlung schon. Für Breitband hab ich mich auf der Seite umgesehen und bin „djüpp-djüpp“ begegnet. Das Zitat stammt nicht von Schwitters, sondern aus dem Wikipedia-Artikel zum Grünfink.

>Mp3 zur quote.fm-Besprechung
>Der isolierte Funkfink
>Der echte Finkfunk
>Connys Fink-Remix

Bild vom Nichtgrün-Fink von Marek_Szczepanek auf Wikimedia, CC-BY-SA

Duqu, Staatstrojaner, Pseudonyme

Breitband – Medien und Meinungen 22.10.2011

Mit dem Herbst kommen die Viren. Und nicht nur die Grippe, auch die Computerviren gingen diese Woche wieder um. Analysten zweier Anti-Viren-Firmen berichten von einem neuen Virus, das Programmiercode mit Stuxnet teilt. Duqu heißt der neue “Hintertürtrojaner”. Außerdem gibt’s Neues von unserem ganz eigenen Staatstrojaner und Google: Der Konzern will Pseudonyme zulassen.
>> Mp3 hören

Bild: Pixel Virus von ssoosay Surian Soosay auf Flickr, CC-by

Das ist mein Name!

Protest fürs Pseudonym und gegen Zwang zum Klarnamen

Breitband Netzkultur


Seit der strikten Politik von Google + ist die Debatte um Klarnamen und Pseudonyme im Netz wieder in vollem Gang. Google+ möchte Profile sperren, wenn der verwendete Name nicht mit dem echten Namen der Person übereinstimmt, und hat das in einigen Fällen auch schon gemacht. Jetzt fordert eine Initiative das Recht ein, sich seinen Online-Namen selbst auszusuchen. „My name is me“ heißt sie. Ich habe mir angeschaut, wer dahinter steckt, und mit Enno Park gesprochen, der als “Ennomane” bloggt. >Mp3-Mitschnitt

Open Aid Data Conference, Internet Governance Forum

Medien und Meinungen für Breitband

Die Open-Data-Idee ist in der Entwicklungszusammenarbeit angekommen. In Berlin fand diese Woche die erste Open Aid Data Conference statt. Ich bin vorbei gegangen und habe mich umgehört, was sich die Teilnehmer durch das Öffnen von Daten für die Zusammenarbeit wohlhabender und ärmerer Länder erhoffen – nämlich mehr Transparenz und Effizienz.
Ein paar Tausende Kilometer entfernt trafen sich derweil Vertreter von Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Kenias Hauptstadt Nairobi zum Internet Governance Forum. Wie schließt man die digitale Kluft, und wie kann das Netz gleichzeitig frei und sicher sein? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Konferenz. Der Europarat brachte seine Empfehlungen zur Netzpolitik mit.

>>Mp3-Mitschnitt

Face Hacking

Body Hacker Daito Manabe auf der Transmediale 2011

Daito Manabe ist der Star der japanischen Bodyhacking-Szene. Er verkabelt sein Gesicht und lässt die Gesichtsmuskeln im Takt elektronischer Musik zucken. In diesem Jahr war er auf der Transmediale und veranstaltete einen „Bodyhacking“-Workshop. Das habe ich mir für Breitband mal näher angesehen. In der Livesendung geht’s außerdem um soziale Cyborgs, das Recht aufs Offline und ein leicht alkoholisiertes Bakterienorchester.

Übers Schummeln

Games Culture Circle diskutiert das Cheating
Auf Breitband
Der Games Culture Circle ist eine interdisziplinäre Talkshow, die die Schnittstellen zwischen Gaming, Kunst und Gesellschaft ausloten will. Bei der aktuellen Veranstaltung ging es ums Thema Cheating – also darum, den Verlauf eines Computerspiels in nicht vorgesehener Weise zu beeinflussen. Ich habe mich in die Veranstaltung geschummelt… >>Hören

Diaspora will an Facebook andocken

diaspora_dandy_logo - Source: CC-By-SA, Diaspora/Flickr: Horiavarlan

In der letzten Woche ging das dezentrale soziale Netzwerk Diaspora, das eine Alternative zu Facebook werden will, an den Start. Als „Pre-Alpha-Version“ veröffentlicht wurde der Software-Code, den Entwickler jetzt kopieren und nach dem Open-Source-Prinzip verbessern können. Für Oktober ist eine Version angekündigt, die jeder nutzen kann. Anstatt eigene Daten einer zentralen Plattform wie Facebook zu überlassen, betreut jeder Nutzer sie bei Diaspora selbst. Mit dem Programmierer Lukas Rieder habe ich Diaspora schon mal ausprobiert und die Roadmap angeschaut. Was uns zunächst überraschte: Die Facebook-Integration ist eines der nächsten Ziele der Entwickler. >Breitband/Medien und Meinungen

„Diaspora dandy logo“:
joindiaspora/media, Horia Varlan (Flickr), CC-by-SA