Die Mauerbiene räumt auf

Während sich andere einen ganzen Schwarm anlachen, ist bei uns eine kleine Singlebiene eingezogen: In den Dübellöchern vorm Balkon.

Eigentlich wollten wir sie zuspachteln, da kam die Biene, checkte die Löcher aus, probierte, ob sie auch gut reinpasst und kurz darauf hatte sie sie mit Lehm verspachtelt. Nun wachsen da drin ganz sicher weitere Dübelbienen heran, wir sind gespannt.

Dass es solche Wildbienen gibt, die ohne Schwarm ganz allein unterwegs sind – ich hatte ja keine Ahnung. Gut, dass es Freunde gibt, die nicht nur Kekse, sondern auch Honig mögen. Den kriegen sie von einer Biene wie dieser natürlich nicht.

Die kleine Wildbiene war offensichtlich noch nicht fertig, und so kam sie bald wieder, um die anderen Löcher anzuschauen, die es noch gab. In einigen musste sie erstmal aufräumen. Klar, würde ja jeder so machen, beim Neueinzug. Erstmal den ganzen Schutt raus.

Jetzt ist das Bohrloch sauber und die Biene weg. Wartet wahrscheinlich in einem benachbarten Dübel drauf, dass der Regen endlich aufhört.

Auf’m Kudder

Um vier aus dem Bett, um fünf aus dem Hafen. 14 Stunden auf See. Rausfahren, rumliegen, quatschen, sich ausfragen. Nach Sonnenaufgang die schwere Winde anschmeißen und das Netz ins Meer lassen.

Fünf Stunden warten, schlafen, quatschen, den Funk hören. Schiffe gucken durchs Fernglas. Muffins von der Schwiegermutter. Müßiggang, bis das Netz voll ist.

Die Winde andersrum drehen, das Netz an Bord hieven, Fischausnehmen im Akkord – Kabeljau und Plattfische, Hunderte von Kilo, zack, zack, zack.

Eine Tonne Fisch, den Rest kriegen die Möwen. Knochenarbeit.

Der zweite Hol: Netz hoch, Fische raus, Wasser rein, ein Keschervoll ausnehmen, in die Körbe pfeffern, mit dem Schlauch abspülen, nächster Kescher. Alles in die Plastikkisten, fertig fürs Lager.

Der Kutter macht kehrt, es wird dunkel. Um sieben im Hafen, nur noch ausladen, dann ist der Tag vorbei.

Landkrank schwankend nach Hause. Um vier aus dem Bett, um fünf aus dem Hafen. Ich schlafe durch.