Ein Slum kartiert sich selbst

Für DRadio Wissen Medien

Weiße Flecken auf der Landkarte? Das sind doch Relikte aus längst vergangenen Zeiten. Als es noch keine Satelliten gab, die unsere Erdoberfläche zentimetergenau vermessen und noch kein Google Maps, die uns jede Straße der Welt in Sekundenschnelle auf dem Computerbildschirm anzeigt. Doch wer sich Kibera auf Google Maps anschauen will, einen der größten Slums Afrikas, der findet nur einen großen, grauen Fleck. Offizielle Karten der Siedlung am Rande der kenianischen Hauptstadt Nairobi gab es bisher nicht. Nun haben die Bewohner das selbst geändert – mit der partizipativen Kartenapplikation OpenStreetMap. >>Beitrag hören

Technologie-Transfer: Emanzipation statt Import

Der Transfer von Technologien für Entwicklungshilfe-Projekte verläuft zu einseitig. Das kritisierten Teilnehmer auf der Fachkonferenz ICTD2010.

Von Anja Krieger und Stefanie Otto

Wie können Informations- und Kommunikations-Technologien ärmeren Regionen helfen? Wie lässt sich die digitale Kluft überbrücken? Um diese Fragen ging es Mitte Dezember bei der Fachkonferenz ICTD in London. Dabei wurde deutlich: Entwicklungszusammenarbeit muss endlich auf Augenhöhe stattfinden – auch im Bereich neue Technologien. Viele Hilfsprojekte versagen, weil nicht verstanden wird, was die Menschen vor Ort wirklich brauchen. In ärmeren Ländern entstehen dabei mehr und mehr eigene Lösungen – mitunter so innovativ, dass sie weltweit erfolgreich sind. „Technologie-Transfer: Emanzipation statt Import“ weiterlesen

Wie ein Slum in Nairobi aus dem Schatten tritt

Von Stefanie Otto und Anja Krieger.

Wer helfen will, braucht Daten. Der Slum Kibera in Nairobi jedoch existierte auf Karten nicht. Die Bewohner haben das geändert, dank freier Software von Openstreetmap.

Kibera ist ein mystischer Ort. Eine Millionen Menschen leben Gerüchten zufolge in diesem Slum am Rande der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Medien berichten von Unruhen und katastrophalen Lebensbedingungen. Hilfsgelder verschwinden angeblich wie in einem schwarzen Loch. Und glaubt man Tom Tykwers Film Soul Boy, so werden in Kibera unschuldige Menschen von Hexen verflucht. >>Zum Artikel auf ZEIT Online

“Buy this satellite”

Aktivisten wollen einen Satelliten kapern – für die gute Sache

Für den DRadio Wissen NetzReporter

Terrestar ist pleite. Dabei besitzt die Firma den ausgereiftesten Satelliten, der um die Erde kreist. Jetzt wollen die Mitglieder der Initiative A human right den Erdtrabanten für die gute Sache übernehmen. Mit der Kampagne „Buythissatellite“ sammelt die Gruppe um Ingenieur Kosta Grammatis Spenden, um Terrestar den Satelliten abzukaufen. Er soll Weltregionen, die noch kein Netz haben, Zugang verschaffen. Ob das funktioniert?
>Beitrag hören

Technologie-Transfer

Für DRadio Wissen Agenda

Vom 13. bis 16.12. fand in London die Fachkonferenz ICTD2010 statt. Es ging um die digitale Kluft und die Frage, wie man Internet, Mobiltelefone oder andere Technologien in ärmeren Regionen einsetzen kann, um Probleme wie Armut, mangelnde medizinische Versorgung oder Bildung anzugehen. Wie können Informations- und Kommunikationstechnologien solche Probleme lösen helfen? Wie lässt sich die digitale Spaltung überwinden? „Technologie-Transfer“ weiterlesen

Ideas are nothing: Erik Hersman and Ken Banks

The crowdmapping plattform Ushahidi has become quite well-known after its application in the aftermath of the Haiti earthquake. Ushahidi software is now used allover the world. Erik Hersman, left, co-founded the project and is currently its Director of Operations. Ken Banks on the other side of the table invented FrontlineSMS, a bulk-messaging tool for texting with mobiles. He heavily disagrees with Erik on who first started the revolution. Despite this ongoing conflict, @whiteafrican and @kiwanja got together at ICTD2010 to talk about innovation in information and communication technologies and development. I recorded what they said about research on ICTD, „practicioners“ vs. academics, and ideas born in distant bedrooms.


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Digitale Bewegungen: Mobiler Aktivismus

In Afrika ist das Mobiltelefon ein wichtiges politisches Werkzeug.

Die Mobiltelefonnutzung in vielen Ländern Afrikas steigt. Und so auch die Möglichkeiten für politische Aktivisten, diese Technologie zu nutzen. „Mobile Activism“ heißt die Methode, ein eigenes Anliegen über Handy schnell und weit zu verbreiten. Was in Deutschland durch das Aufkommen sozialer Netzwerke nur eine kurze Blüte hatte, ist in anderen Ländern zu einer wichtigen Form der Kommunikation und Mobilisierung geworden. Die nigerianische Aktivistin Sokari Ekine erklärt, wie mobiler Aktivismus funktioniert – und wo die Gefahren liegen. Zum NetzReporter

Lukas Rieder über Open Source und Social Coding

Lukas Rieder ist Programmierer und begeistert sich für Open Source. Aus seiner Perspektive soll Programmcode offen sein, damit interne Vorgänge von Software-Projekten transparenter werden.

Von Linux bis Diaspora hat Open Source eine lange Tradition in der Entwicklerwelt. Wenn das Programm offen liegt, ist es möglich, gemeinsam daran zu arbeiten und kollektiv von dem zu profitieren, was andere programmiert haben.

Allerdings heißt Open Source nicht gleich „lizenzfrei“, denn es gibt ein „Meer an Lizenzen“, wie Lukas sagt.

Das sogenannte „Social Coding“ findet heute auf Plattformen wie Github statt. Dort können Programmierer eigene Projekte einstellen, die Projekte anderer kommentieren, verbessern und sie „forken“. Ein „Fork„, also eine Gabelung oder Abzweigung, ist die Kopie eines Programm-Repositoriums zu einem bestimmten Zeitpunkt. Das Motto der Github-Entwickler: „Fork me!“

>> Lukas Rieder über „Social Coding“