Neues Leben für alte Sorten

Die Initiative Social Seeds will neue Vielfalt in die Beete der Berliner Gemeinschaftsgärten bringen – vor allem mit den Pflanzensorten, bei denen sich die wirtschaftliche Nutzung in großem Maßstab heute nicht mehr lohnt. Neues Leben für alte Sorten weiterlesen

Ökonomie des Teilens

fairteiler

Die Gleichung ist einfach: Immer mehr Arbeit für immer mehr Waren ergibt immer mehr Geld und immer mehr Wohlstand. Doch mittlerweile haben sich zahlreiche Gruppen gebildet, die eine andere Ökonomie leben oder erleichtern wollen – beispielsweise durch Tausch und Leihen statt mehrfachem Besitz. Über das Internet können wir nicht nur Bits und Bytes, Musik und Fotos, Videos und Gedanken teilen, sondern auch ganz reale Dinge: Autos, Bücher, Zimmer, die Bohrmaschine und vieles mehr. Aber kann das die Gesellschaft wirklich verändern? Beitrag nachlesen

Deutschlandradio Kultur | Forschung und Gesellschaft | 27.3.2014 | 30 Min.

Die Mauerbiene räumt auf

Während sich andere einen ganzen Schwarm anlachen, ist bei uns eine kleine Singlebiene eingezogen: In den Dübellöchern vorm Balkon.

Eigentlich wollten wir sie zuspachteln, da kam die Biene, checkte die Löcher aus, probierte, ob sie auch gut reinpasst und kurz darauf hatte sie sie mit Lehm verspachtelt. Nun wachsen da drin ganz sicher weitere Dübelbienen heran, wir sind gespannt.

Dass es solche Wildbienen gibt, die ohne Schwarm ganz allein unterwegs sind – ich hatte ja keine Ahnung. Gut, dass es Freunde gibt, die nicht nur Kekse, sondern auch Honig mögen. Den kriegen sie von einer Biene wie dieser natürlich nicht.

Die kleine Wildbiene war offensichtlich noch nicht fertig, und so kam sie bald wieder, um die anderen Löcher anzuschauen, die es noch gab. In einigen musste sie erstmal aufräumen. Klar, würde ja jeder so machen, beim Neueinzug. Erstmal den ganzen Schutt raus.

Jetzt ist das Bohrloch sauber und die Biene weg. Wartet wahrscheinlich in einem benachbarten Dübel drauf, dass der Regen endlich aufhört.

Szene-Demos

Bisher habe ich ja nie verstanden, worum es dabei geht. Irgendwas mit Protestieren und Steine werfen? Natürlich ist mit der „Demoszene“ was ganz anderes gemeint, es geht um Programme, die audiovisuelle Kompositionen in Echtzeit produzieren. Gestern hab ich einige der Leute, die solche Demos machen, zufällig auf einer Party getroffen, und als sie merkten, dass Interesse da ist, haben sie mir gleich ihre ganzen Lieblingsdemos vorgeführt.

Am beeindruckendsten war dieses erste Video. Eigentlich sieht es aus wie eine ganz normale 3D-Animation, aber der Punkt ist: Das Ding dahinter ist nämlich eigentlich kein Video, sondern die Landschaft und Sound werden live über Algorithmen generiert. Das kann man sich vorstellen wie den Unterschied zwischen den Noten für ein Stück, das ein Orchester spielen soll, und der fertigen Aufnahme eines Orchesters, das diese Noten dann schon interpretiert hat.

Und der ganze Programm-Code, inklusive aller Musik und Bilder, passt auf 4kb – ein Platz, wie mir die Demoleute erklärten, den normalerweise so etwa der kleine Fitzel in der rechten oberen Ecke einer Webseite einnimmt. Ziemlich abgefahren.

Die Demoleute setzen sich also selbst Beschränkungen, ihre Programm-Kompositionen in möglichst wenig Platz zu packen. Wie beim Sport gibt es dann verschiedene Disziplinen, für die man programmiert, das können Größenbeschränkungen oder auch bestimmte Hardware sein – und zwar gern nicht die neuen, sondern gerade alte Maschinen.

Bei den alten Computern besteht die Herausforderung nicht nur im geringeren Speicherplatz, sondern auch darin, über das hinauszugehen, was bisher mit dem Gerät für möglich gehalten wurde. Und weil manche Computer so alt und selten sind, kann es dann sein, dass bei einer Demonstration nur drei Leute im Publikum wirklich verstehen, was da jemand geleistet hat, haben die Demoleute erzählt.

Die eigene Ästhetik der Kompositionen spielt aber auch eine wichtige Rolle, nicht nur die Ausdehnen des Machbaren.

Am allerinteressantesten ist die Herkunft dieser ganzen Szene. Sie ist aus der Cracker-Szene hervorgegangen, aus Leuten, die den Kopierschutz von Spielen geknackt haben und dann, so ein bisschen wie in der Sprayer-Szene, ihren Stempel und Namen auf dem Spiel hinterlassen haben. Und weil man wenig Platz hatte auf Disketten und ähnlichem, musste man dann mit ganz wenig Platz möglichst beeindruckende Sachen machen.

Da ist also auch ein gutes Stück Hip-hop-mäßige Angeberkultur dabei, wo man seine Crew oder andere Gruppen grüßt. Am Ende führte das dazu, dass manche Leute nur noch diese immer schicker werdenden Cracker-Stempel angucken wollten und das geknackte Spiel, das dran hing, zweitrangig wurde. Irgendwann fanden dann einige, dass man die Spiele gar nicht mehr braucht, und koppelten die Demos ab.

Die Platzbeschränkung ist jetzt eine künstliche Vorgabe, aus der unglaubliche Sachen entstehen, die mit extrem effizientem Programmcode auskommen müssen. Am anderen Ende der Disziplinen-Skala gibt es dann aber auch die ganz ohne technische Beschränkungen, wo die Grenzen des derzeit in Echtzeit machbaren ausgeweitet werden.

(Auch dazu gab es ein cooles Video und auch das kommt hier dazu, wenn ich es finde)

Cykelsuperstier

Macht Berlin zur Fahrradstadt!


Ich träume immer wieder davon, dass Berlin eine echte Fahrradstadt wird. Zum Beispiel wieder neulich auf dem Weg zur Arbeit. Da fahre ich öfter die Linienstraße in Mitte entlang, die seit einiger Zeit eine Straße für Fahrradfahrer ist. Autos können hier nur eingeschränkt fahren.

Die Straße ist mittlerweile unter FahrradfahrerInnen so beliebt, dass man sich morgens schon ein bisschen wie auf einer kleinen Fahrradautobahn vorkommt, mit allen Typen des Straßenverkehrs, mit träumenden Schlänglern, quatschenden Paarfahrern, sich abrackernden Tandemfamilien, Smartphone-telefonierenden Fixie-Nerds und natürlich den ungeduldigen Schnelltretern mit oder ohne Helm.

Kein Wunder, dass hier so viel los ist. Die Torstraße auf der Parallelen ist mit mehreren Spuren und immer schnellem Verkehr eine ziemlich ungemütliche Strecke. Seit es die Fahrradstraße gibt, kann man schön und entspannt die Alternative nutzen. Das geht dann aber leider nur bis zum Oranienburger Tor. Danach geht es dann los mit der Spießrutenfahrt, richtig ätzend wird es dann, wenn man in Schöneberg mit auf die LKW/Busspur darf. Es ist vielleicht nicht ganz so schlimm wie Casey Neistat das für die Radwege in New York so hübsch dokumentiert hat, macht aber auch keinen Spaß.

Es wäre toll, wenn alle Gegenden in Berlin über Fahrradstraßen erreichbar wären. Es fahren ja auch immer mehr Menschen Rad. Und den PKW zum Zentrum der Verkehrsplanung zu machen, macht doch heute sowieso keinen Sinn mehr, im 21. Jahrhundert.

Vor einem Kreuzberger Bastelladen steht ein Fahrradständer vor der Tür, auf dem steht sinngemäß, dass das Fahrrad die Krone menschlichen Erfindertums ist. Da kann man natürlich drüber streiten, aber auf jeden Fall ist es 100% emissionsfrei in der Nutzung, günstig, macht fit, braucht kein Benzin und verbraucht weniger Platz pro Mensch – morgens sitzt in fast jedem Auto, das ich auf dem Weg sehe, gerade mal eine Person. Und natürlich ist es viel schneller als Zufußgehen. Nur angenehm ist ein langer Fahrradweg durch eine Großstadt wie Berlin heute noch nicht.

Ich fahre also morgens die Linienstraße entlang und träume von der Fahrradstadt, die Leute auf zwei Rädern nicht zusammen mit Gullis und Schlaglöchern an den abschüssigen, kaputten Rand der Straße verbannt, wo Fahrradwege nicht einfach aufhören und zugeparkt im Nichts enden.

Nach 40 Minuten Fahrt schaue ich leicht verfeinstaubt und etwas gestresst ob der morgendlichen Laster bei Twitter vorbei. Und da sehe ich, was @autofocus schreibt: Dass es nämlich das, was ich mir hier für Berlin wünsche, anderswo schon gibt, und zwar in Kopenhagen!

Liebe VerkehrsplanerInnen, zwölf Straßen für uns RadfahrerInnen (Laut Fahrrad-Wiki) sind schon ganz nett, aber wie viele tausend Straßen gibt es im Vergleich, die Autos privilegieren?

Könnt ihr da nichts drehen, ich meine, Berlin will Kopenhagen doch nicht nachstehen, oder? Außerdem: So viele Autos in der Stadt sind doch echt voll retro.

Und wenn ihr mir jetzt mit dem alten Wintertotschlagargument und den kriselnden Berliner Öffis kommt: Zur Entlastung der vereisten S-Bahn kann der Cykelsuperstier in den eiskalten Berliner Frostmonaten dann ja kurzzeitig in Winterschlaf gehen. Klingt das nach einem Kompromiss?

Noch was für zwei Räder:

Ein Projekt des mittelmäßig begeistert empfangenen Guggenheim-Labs will die Berliner Straßen nach Fahrrad-Freundlichkeit kartieren. Eigentlich doch ein netter Plan, ist aber noch ein bisschen am Anfang.

Derzeit sind viele Straßen gleichzeitig rot, grün, glücklich und gestresst. Toll wäre eine Suche nach Straßennahmen, ein Routenplaner – und vor allem als Plattform die OpenStreetMap. Freie Daten für freies Fahren!

Ironbloggerlese #5812

Rechnungen darf man ja auch bei irgendeiner Zahl beginnen.

Ich wage mal eine steile These: Wenn Ironblogger funktioniert, dann könnte das DAS Geschäftsmodell der Zukunft für die Verlage anstoßen: Autorinnen und Autoren werden jetzt nicht mehr schlecht bezahlt, sondern gar nicht – und mehr noch: Sie zahlen dafür, wenn sie nichts zustande bringen! Man stelle sich vor, wie so etwa die Tageszeitungen finanziert würden, die Radiosender und Wochenmagazine, und wie ungeschriebene Bestseller ganze Häuser über die Runden brächten.

Das Schöne allerdings an Ironblogger und auch der Unterschied zum gewöhnlichen Zuschussverlag ist, dass hinterher alles ganz sozialistisch zusammen verprasst wird. Und weil das wirklich nett ist, nicht nur als Idee sondern auch in Echt, weil die Ironbloggerinnen interessante Leute sind und sogar bis 3 Uhr durchhalten – ja, sogar mich dazu bringen, mal wieder bis 3 Uhr durchzuhalten, was ja traurigerweise nur noch selten passiert – deshalb bringe ich es einfach nicht übers Herz Schluss zu machen. So wie es Jay Cousins getan hat, zu meinem sehr großen Bedauern und mit der sehr richtigen Begründung:

Ok Iron Blogger, I hereby withdraw. I think the desire to post comes from the desire to share. Beer or penalties only serve to cause me to rush post on my mobile phone or try to think of hasty content at this hour on a Sunday.

Oh, wie traurig das ist, und wie recht Jay doch hat. Aber wie gesagt, ich bin noch nicht soweit, auch wenn nach ersten irgendwie ambitionierten Versuchen jetzt zwei Slacker-Wochen ins Land gegangen sind und der Blogpost von dieser Woche auch eher unter die Kategorie „Slackerpost“ fallen dürfte. Bevor ich ganz in selbstkritischen Trübsinn verfalle, kommt mir aber in den Sinn, wie wichtig diese Wochen waren: Ohne uns Slacker geht es nicht. Ohne die Slacker gibt es kein Bier! Nehmt das.

Gut. Nachdem das jetzt endlich gebloggt ist, habe ich mir überlegt, dass diese Woche anders ist und der Sonntag noch jung, und dass man ja auch nicht unbedingt den Haushalt machen muss, das geht ja auch wann anders.

Ich nehme euch jetzt also mal rüber zu ironbloggerberlin.

Die Auswahl der Posts ist natürlich intuitiv. Es empfiehlt sich, erstmal die Titel zu scannen, generell fange ich auch meist bei den Leuten an, die wenige Posts geschrieben haben und arbeite mich dann zu den Powerbloggern vor. Da mein Vater mir mal beigebracht hat, dass man den Spiegel immer von hinten anfangen muss, ähnlich wie bei japanischen Comics, des Hohlspiegels und Boulevards willen, fange ich von unten an. Aber dann springe ich.

Gebookmarked ist schon mal tristesse, der mit einem Wort und einem Post auskommt, was mich irgendwie neugierig macht. Sowas spar ich mir natürlich auf. Ich scrolle nach oben und mir stockt der Atem: Bye Bye Iron Blogger Berlin, titelt Philip. Oh jeminee, es geht also doch bergab mit den Blogs, die Menschen sind mit Facebook glücklich oder sie verlassen das Internet ganz…aber vielleicht sollte ich den Post erstmal lesen. Es stellt sich heraus, dass Philip nur wegzieht und dort dann aber auch ein neues Ironblogger ins Leben ruft, und dass er natürlich nicht für unser Bier zahlen möchte, wenn er gar nicht kann, was ja verständlich ist, aber natürlich von Makos neuer, wohl nicht zufällig anlässlich seines Berlinbesuches erfundener Regel Gebrauch machen wird, dass falls man in der Stadt ist, dass man dann mittrinken darf. Das ist voll und ganz ok.

So, mal weitersehen. Wie gesagt, „See“ von tristesse spare ich auf, das ist bestimmt ganz toll, das will ich also jetzt noch nicht wissen. Pausanias lese ich immer sehr gerne, der will „Der alten Tante Beine machen„. Hat schon mehrere Lieblingsironbloggerposts gemacht. Sehr schön fand ich „Die Membran„, auch was mit Humano Menetekel, aber jetzt finde ich es nicht mehr. Die alte Tante entpuppt sich als SPD-Beitrag, es geht um die Position zur Vorratsdatenspeicherung. Es ist toll, dass es noch Leute gibt, die an Parteien glauben, sie gründen, reformieren und natürlich auch wählen gehen, aber ich persönlich habe mit Parteien nichts am Hut, und deshalb ist dieser Post mal ausnahmsweise nichts für mich.

Scrolle mich weiter durch die eiserne Blogroll und bleibe an openmedis „Zeit“ hängen. Irgendwie sind es heute die kurzen Titel. Openmedi geht ja öfters mal ans Eingemachte, und das mag ich, weil das das ist, wofür das Bloggen meiner Ansicht nach erfunden wurde, oder vielleicht auch einfach nur das, was ich am Bloggen selbst so besonders finde. Leute, die einfach und ehrlich aufschreiben, was ihnen in den Sinn kommt oder auf dem Herzen liegt. Bei diesem Post jetzt, geht es darum, dass so wenig Zeit ist, um perfekt in allem zu werden, was man gerne macht. Es geht auch darum, dass man nie unabhängig ist, dass man Entscheidungen für eine Sache und gegen viele andere machen muss, in denen man dann kein Spezialist ist.

Dieses Gefühl, kein Spezialist zu sein, habe ich ständig. Ich bin ja immer die Person, die dumme Fragen stellt und sich in keinem Thema auch nur halb so gut auskennt wie meine Interviewpartner. Und trotzdem finde ich das nicht mehr schlimm. Ich finde es auch nicht mehr schlimm, dass bestimmte Züge abgefahren sind, dass der Himmel nicht mehr voller Geigen hängt. Es erleichtert mir irgendwie das Leben, dass es so mäandert ist und der Strom eben jetzt weiter in diese Richtung fließt. Das andere Gefühl, „besser“ oder sogar „perfekt“ in irgendetwas zu werden, habe ich mittlerweile nicht mehr. Vielleicht liegt es einfach auch daran, dass das, was ich beruflich mache, immer eine Art Sprint ist. Was dann am Ende gesendet oder publiziert, ist eben so, wie es ist. Und lernen tut man immer draus. Irgendwie passt das dann wieder zu openmedis Fazit:

„Es gibt genug Probleme in jedem Leben, die bei genauer Betrachtung keine sind. Und es gibt auch immer ein paar Probleme, die man sozusagen braucht. Der Mensch ist nun mal ein ambivalentes Wesen.“

Vielleicht also erstmal einen geheimen Ort von der spreemieze anschauen, die Prinzessinnengärten. Kann man eigentlich nicht oft genug drüber schreiben. Geheimer sind da aber noch die Orte aus „Little little China Town„, von dem ich bisher noch gar nichts wusste.

Bei amsellen geht’s um die Knolle: 21 Hobbykartoffeln aus dem Internet. Staune nicht schlecht über die Unterscheidung zwischen „Pflanzkartoffeln“ und „Hobbykartoffeln“, die sich nicht weiter verbreiten dürfen. Wo ist Monsanto, wenn man es braucht – Scherz beiseite, wieso bitte gibt es so eine Unterscheidung? amsellen erklärt:

„Viele Kartoffeln sind und bleiben ein geistiges Eigentum, das geschützt ist. (…) Die älteste deutsche Kartoffelsorte ist heute die Sieglinde. Da der Sortenschutz für Kartoffeln in Deutschland 30 Jahre beträgt und ihre Zulassung 1935 beantragt wurde, ist sie nun inzwischen “frei”. Meine Hobbykartoffeln und viele anderen Knollen sind jedoch nicht gemeinfrei“

Also wirklich. Wie können Knollen „geistiges Eigentum“ sein?

antischokke prangert da ein anderes Übel an, das der zu kleinen Mülleimer. Dazu gibt es ein tumblr-Blog, das die Mülleimer zu klein sind. Vielleicht ist aber auch unser Müll zu groß.

Einer der Powerironblogger ist ja alper. Der Titel, den ich am interessantesten finde, ist Neutralizing your politically aware subjectivity. Alper zitiert da Rob Horning, mir vorher unbekannt, der geschrieben hat, dass die sozialen Medien die Subjektivität der Nutzer einfangen bzw. eingrenzen und neutralisieren. Das ist mir ein bisschen sehr theoretisch und ich hätte gern ein paar Beispiele, wie sie meine Subjektivität neutralisieren. Im verlinkten Artikel finde ich die auch nicht, dafür diesen ganz interessanten Satz:

„The more we use social media to try to individuate, the more we format ourselves to be machine processable, the more we reduce our ineffability to code.“

Ich glaube aber auch, dass sich im sozialen Netz, in Netzwerken wie Twitter und Facebook und Co., immer wieder neue Kommunikationsweisen heraus bilden, die das maschinelle Verarbeiten wieder unterlaufen. Ironie, komische Hashtags, die nur drei Insider verstehen, Pseudonyme usw. Generell teile ich die Kritik an den Großen, aber das Prinzip hinter sozialen Medien liegt im Netz nahe und ist sinnvoll und gut.

Was mich zum „Stellenwert von Email“ bei anmut und demut bringt. Email lebt. Meine erste hab ich 1995 bekommen, natürlich schön ausgedruckt, und nichts kapiert. Wie sehr Email unsere Kommunikation heute noch dominiert, wusste ich so nicht:

„In jeder Minute werden von Usern 200.000.000 Emails abgeschickt, 100 Mal soviele, wie Anfragen an Google. Und die Sprachwendung „Emails Users send“ scheint mir nahezulegen, dass da Spam schon rausgerechnet ist. Facebook und alles andere tummelt sich weit unter 1%.“

Eine ganz großartige Empfehlung ist übrigens bei Herr B zu finden: Der Genderremixer – remixt Mädchen- und Jungenwerbung. Sehr cool auch die Designstudie mit Damenbohrer und Männerrührstab. Da sage noch eine, das Design von Elektrogeräten wäre geschlechterneutral.

Der Rebell ist ja auch gern mal ein Typ, so wie Marlon Brando oder Jim Morrison. Horax empfiehlt dazu die Rebell-Serie auf Arte, bei der es auch eine Folge „Bad Girls“ gibt, hoffentlich nicht die einzige Folge, in der Frauen mal Lederjacken anhaben.

Jetzt aber endlich! Nach soviel ironblogger-Lese darf man das: Mit tristesse an den See zum gepflegten Slackern.

Zum Schluss noch ein Hinweis an alle, die es bis hier unten geschafft haben, zum Satzunterbringungswettbewerb der taz. Der ist nun auch für digitale Medien geöffnet, also auch für die Ironblogger.

Die ganze Welt liebt Tiki-Taka, den Kiwis lieber ist ihr Haka.

Improving the Aid Sector With Open Data

Interview with Peter Eigen of Transparency International at Open Aid Data Conference 2011 in Berlin

Mr. Eigen, how can Open Data, opening up data treasures, improve the development sector?

Peter Eigen: At Transparency International we’ve observed that countries with an open approach to information, like the Scandinavian countries, rank in the upper spheres of our corruption index, among the honest states. Countries like Germany, on the other hand, where you have a hard time getting insights into official files and information, rank much lower. From our point of view there is a direct correlation between the openness Improving the Aid Sector With Open Data weiterlesen

Open Aid Data Conference, Internet Governance Forum

Medien und Meinungen für Breitband

Die Open-Data-Idee ist in der Entwicklungszusammenarbeit angekommen. In Berlin fand diese Woche die erste Open Aid Data Conference statt. Ich bin vorbei gegangen und habe mich umgehört, was sich die Teilnehmer durch das Öffnen von Daten für die Zusammenarbeit wohlhabender und ärmerer Länder erhoffen – nämlich mehr Transparenz und Effizienz.
Ein paar Tausende Kilometer entfernt trafen sich derweil Vertreter von Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Kenias Hauptstadt Nairobi zum Internet Governance Forum. Wie schließt man die digitale Kluft, und wie kann das Netz gleichzeitig frei und sicher sein? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Konferenz. Der Europarat brachte seine Empfehlungen zur Netzpolitik mit.

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