Suchmaschine zum Selbermachen


 
Suchmaschinen sind die zentralen Filter, die bestimmen, was wir im Web finden. Über die Macht ihrer Betreiber und ihre gesellschaftliche Bedeutung haben wir am Samstag bei Breitband gesprochen.

Statt uns die Antworten auf unsere Fragen von Google, Bing und Co. immer bloß vorsetzen zu lassen, können wir Suchmaschinen als Nutzer auch selbst betreiben. Ein Programm, mit dem das geht, ist YaCy. Es verknüpft einzelne Rechner zu einer dezentralen Suchmaschine. Wenn man sich YaCy auf den Rechner lädt und laufen lässt, wird man zum Teil eines Suchmaschinen-Netzwerks, in dem Nutzer die Suchergebnisse selbst zusammentragen.

Wie das geht, hört ihr im Beitrag zum Thema Suchmaschinen nach dem Gespräch mit Joris van Hoboken. Um YaCy geht es ab Minute 11:45, hier der Mp3-Link. Ich habe dafür mit Michael Christen gesprochen, der die Suchmaschine entwickelt, und mit Dirk Lewandowski, der mir als Suchmaschinenexperte erklärt hat, wieso auch YaCy seine Nachteile hat. Leider klingen die Töne etwas dosig, weil unsere VoIP-Verbindung nur mäßig gut lief.

Auch, wenn so eine dezentrale Suchmaschine langsamer und weniger konstant Ergebnisse liefert, finde ich YaCy als einen Baustein, der „Host your Own“ als Idee umsetzt, ziemlich interessant. Vielleicht nimmt man ja auch die Nachteile in Kauf, wenn man dafür eine an die eigenen Bedürfnisse angepasste Suchmaschine bekommt, die nicht mitschreibt, was man alles sucht, und bei der keiner mehr zentral bestimmen kann, was man aus dem Web vorgesetzt bekommt und was nicht?

What to do with a broken brother?

Hello Ironbloggers, I’m happy to be part of the beer-blogging adventure! Thanks a lot for the new deadline on Monday night.

In my first post I’d like to ask for your DIY help and suggestions. I know there are some English speaking DIYers among the Ironbloggers, so it’s in English.

It’s about my Brother. My Brother is broken and has been sitting in my office for a while now. Useless and with no real functionality left. I just don’t know what to do with it. I’ve given up trying to print, copy or scan. At some point, I forgot about it. Then I read Michelle’s post on „Smart Garbage„, and it all came back.

So here’s the whole story: I bought my Brother printer about, I think, two to three years ago. The model is a DCP-385C. Installed it, used it, all was fine. But then I was away for a while and I thought (which I now realize, was stupid) I’d just turn it off so it doesn’t keep sucking power while I’m away. Sustainability, right?

The thing about this printer though, is that it needs electricity all the time to clean itself. It’s like a little human being, it cannot live without constant energy flowing through its printer veins, even when it’s in hibernation. It needs to stay clean, and for that it needs power. If it’s on electricity, it cleans itself – I guess it’s the „cartridge head“, where the cartridges are attached, but I’m not quite sure. If the printer doesn’t get power, that part can dry up. That is, possibly, what happened to the black color and broke the printer.

Admittedly I didn’t act very smart, good intentions of saving energy aside. When I wanted to restart it six months into hibernation, it did not print black anymore. I found out about it’s hygiene routine and how I had cut the Brother off the life-saving energy it needs. But fact is, now I have a big broken printer, a shiny, almost-new high-tech device, and it doesn’t work. It’s basically electronic waste, even though most of the parts are ok.

I did not want to give up on it yet. I went to a printer shop where they refill the colour cartridges. I asked them if it was possible to repair my brother, but they said „Nobody does that nowadays anymore“. No. What you do nowadays, is, you buy a device, that uses materials from all over the world, the work of people who put it together, the energy of producing, transporting, advertising and merchandising it, with all the environmental and social impact attached – and when it breaks, you throw it away and you buy a new one. It’s so much cheaper!

The people at the printer shop did have one more idea. They filled the cartridge with a cleaning liquid, and told me to print a couple of papers with it. Unfortunately, the medicine didn’t help my Brother. It remained broken. That’s the point where I gave up, about a year or so ago. It was maybe a little early for that – but I was tired of the issue and had other stuff to do.

One important thing that I haven’t tried yet is to ask the manufacturer. If I try to explain why, I tell myself it’s because I’ve tried that in other cases, which has turned out to be frustrating. Once I wanted to get a broken digital camera fixed and it was so difficult to find a workshop that offered to repair that brand. And yes, just making the attempt to fix it – no guarantees that it would work – would have been almost as expensive as a new camera with a better resolution.

So I think I should probably contact Brother and see what they say. Or maybe I can do it myself?

iFixit has advice for a similar printer by the same manufacturer with a similar problem. I have hardly ever taken devices apart. I don’t want to make the problem worse. Anyways, I would like to fix this and then make it a manual for other people to use. Does anyone of you have experience with repairing electronics who can help? That would be awesome.

The main point is, though: I’m really angry that the industry prioritizes more sales over our need for sustainable, repairable products. I want smart products, that don’t need to become garbage so quickly. Products that don’t depend on being constantly on energy. Products that can be repaired easily. Products that can be upgraded to the next level of technology without throwing away what can still be used. They could be modular, and there should be workshops everywhere so we can go and repair our machines and not turn them into e-waste that ends up in some suburb of Accra.

Digitales vom DMY-Festival

Das Gehäuse von Laptops, der Aufbau einer Smartphone-App oder das Interface von Webseiten: Design begleitet unser Leben in der realen wie digitalen Welt. Dass derzeit besonders viele gemeinsame Ideen durch die offene Schnittstelle zwischen Design-Szene und digitalem Diskurs fließen, konnte man auf dem DMY-Festival in Berlin erleben. Dort gab es nicht nur Möbel und Lampen, sondern auch offene Daten, frei lizensierte Designs, Kopiertes und Selbstgemachtes. Breitband beleuchtet zum Design-Festival die Rolle von Design als Kulturtechnik und als Kernelement einer digitalen Gesellschaft. >> Mp3 hören Digitales vom DMY-Festival weiterlesen

Open Source in der Welt der Dinge

Zwar stammt der Begriff “Open Source” nicht aus der Landwirtschaft – aber dass diese Philosophie auch in anderen Bereichen als nur Software funktioniert, diese These haben wir in dieser Breitband-Sendung untersucht. Das Global Village Construction Set entwickelt vom Erd-Stampfer bis zum Traktor die fünfzig für eine Zivilisation nötigen Gerätschaften als freie Baupläne. Beim Ein-Chip-Computersystem Arduino werden digitale Geräte zur Bastelware. Und auch in Unternehmen hält der Open-Source-Gedanke Einzug. Die Firma Premium-Cola veröffentlicht ihre Produktionsprozesse als „offenes Betriebssystem“.
Über „Peer-to-peer“-Produktion und Nutzwert sowie Utopie versus Realitätssinn solcher Open-Source-Projekte spricht Philip Banse mit Michel Bauwens von der P2P-Foundation. >> Zum Breitband-Topic und zur Mp3

Bilder: Livetrac2 @ Open Source Ecology / Montage: Moritz Metz

Elektronik zum Klingen bringen

Beitrag für DRadio Wissen
Klingende Geräte wie Spielekonsolen oder Computer sind so alltäglich wie geheimnisvoll. Damals, in der vordigitalen Zeit, bauten Bastler ihre Geräte gern auseinander, um zu schauen, wie sie funktionieren. Doch wer macht das heute noch? Medienkünstler Karl Heinz Jeron motiviert Kinder, auch mal in die Welt hinter dem Gehäuse zu schauen und das Innere elektronischer Klangerzeuger zu erforschen. Auf seinem Workshop auf der Transmediale zeigte er, wie man einfache Elektronik zum Klingen bringen kann. Aus wenigen elektronischen Bauteilen bastelten die Teilnehmer ein Musikinstrument, das dann auch tatsächlich schräg piepsende Töne von sich gab. Schaltplan und Zutaten gibt’s hier… Elektronik zum Klingen bringen weiterlesen

Bioplastik zum Selberkochen

Mit Zutaten aus dem Supermarkt Kunststoff herstellen

Beitrag auf Dradio Wissen

Im Pazifik rotiert ein Müllwirbel, der Berg aus Plastik wächst. In Teilen des Meeres wird mittlerweile sechsmal soviel Plastik wie Plankton gefunden, heißt es im Film „Plastic Planet“ [Anmerkung: Diese Angabe ist umstritten, siehe unten1]. Auf den Alltag der Mehrheit hat das wenig Auswirkung: Wir trinken weiter aus PET-Flaschen und bringen unsere Einkäufe in Plastiktüten heim.

Eine Alternative könnte Bioplastik aus abbaubaren Materialien sein.2 Industriell hat sich das zwar noch nicht durchgesetzt. Doch es ist gar nicht so schwer, kompostierbaren Kunststoff herzustellen. Das geht sogar in der heimischen Küche, wie einige Berliner Bastler zeigen. Ausgestattet mit Werkzeugen, die jeder zuhause hat, und Zutaten aus dem Supermarkt, kochen sie sich ihr Bioplastik selbst.

 

1Die Angabe aus dem Film „Plastic Planet“ bezieht sich nur auf einen der großen Müllstrudelwirbel und beruht auf einer Schätzung von Charles Moore für das Jahr 1998. Moores Plastik-Plankton-Verhältnis beruht auf Stichproben aus dem Oberflächenwasser und schließt nur Zooplankton, kein Phytoplankton ein. Die Schätzung wurde immer wieder zitiert, aber auch kritisiert. Zehn Jahre später betrage das Verhältnis 60:1, schätzt Moore im Buch zum Film „Plastic Planet“.

2Dass kompostierbares Plastik voraussichtlich keine Lösung für das Müllproblem der Meere darstellt, musste ich bei der Recherche für das Feature „Bioplastik statt Jutebeutel?“ (Deutschlandradio Kultur 2012) feststellen. Hier das Fazit:

Bausteln für eine bessere Welt

erschienen auf: BlogpilotenAus Bauknecht wird Blumentopf. Foto: Anja Krieger

Um eine „neue Kultur des Selbermachens“ und darum, wie man per Netztechnologien die Gesellschaft verändern kann, geht es dieses Wochenende auf dem atoms&bits-Camp. „Web Hippies“ nennt Jay Cousins die Teilnehmer augenzwinkernd. Der britische Erfinder ist selber einer und probiert auf dem Festival mit Teilnehmern einen der Ansätze aus, das „Bausteln“: Aus vermeintlichem Müll, den Teilen einer alten Waschmaschine, entstehen in zwei Tagen neue Produkte – „Upcycling“ statt Recycling.

 
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