Euch vermeiden, mich verlieren

Radio-Beitrag für die Sendung „Breitband“

Die Stadt der Zukunft ist angeblich vernetzt und ganz besonders effizient. Doch es geht auch anders. Statt besonders „smart“ von A nach B zu sausen, kann man sich in der Stadt auch wunderbar verlieren und gegenseitig aus dem Weg gehen. Natürlich gibt es dafür spezielle Apps! Ich habe sie getestet. Vor der Reportage gibt es ein Interview mit dem Erfinder der App mit Namen „Hell is Other People“ zu hören:

Die Fotos dazu:

Eins mit der Technik?

Die einen gruseln sich davor, andere können es kaum erwarten: Computer, die wie Kleidung sind – etwa die „Google-Brille“, die das Netz direkt vor unser Auge bringt. Ist das der notwendige nächste Schritt nach dem Smartphone? Wie weit wollen wir mit unserer Technik verschmelzen?

Breitband-Talk mit Gesche Joost, Karsten Weber und Philip Banse. Redaktion: Anja Krieger.

Matthias Bauer über Nerd-Gesundheit

Lange Nachtschichten vorm Bildschirm, wachgehalten von Kaffee und Koffein, schlechte Ernährung, wenig Schlaf: Für viele Hacker und Computer-Nerds ist der Körper ein System, das sie gern vernachlässigen, oder auch “eher so’n Ding, was man loswerden will in möglichst naher Zukunft, und sich uploaden, und dann ist alles ok.“ Das beobachtet Programmierer und Berater Matthias Bauer, der viel in der Szene unterwegs ist – und den Nerds wieder ihren Körper nahe bringen will.

Für Breitband

Deins oder meins? Egal!

Es gibt einen Trend vom Besitzen zum Nutzen, meinen die Organisatoren der CeBIT, die vom 5. bis 9. März in Hannover stattfand. Die IT-Messe hat in diesem Jahr die sogenannte „Shareconomy“ zum Leitthema erklärt, die Ökonomie des Teilens. Dabei geht es nicht nur um das Teilen von Wissen, sondern auch um Gebrauchsgüter. Carsharing, Bookcrossing oder Kleidertausch-Partys schonen nicht nur den Geldbeutel, sondern auch Ressourcen und die Umwelt. Vor allem Internet und Smartphones helfen, neue Ideen und Geschäftsmodelle zu verwirklichen. Welche Vorteile hat das Teilen – und wo sind die Grenzen?

Zum Wochenthema bei Umwelt im Unterricht gibt es Materialien zum Thema.
Ich habe den Hintergrundtext geschrieben: „Vom Haben zum Teilen

Kollaborativer Konsum

Über das Internet können wir nicht nur Bits und Bytes, sondern auch ganz reale Dinge teilen: Autos, Bücher, Zimmer oder die Bohrmaschine. “Was meins ist, ist auch deins” fasst Rachel Botsman die Einstellung hinter dem „kollaborativen Konsum“ zusammen. Sie sieht darin den Konsum der Zukunft.

Kann sich die Idee des Ko-Konsums durchsetzen oder scheitert sie an der Realität? Und welche Rolle spielt das Netz? Die Ökonomie des Teilens haben wir uns am Samstag bei Breitband genauer angeschaut: Vera Linß und Marcus Richter sprechen mit dem Umweltökonom Nico Paech über die Bedingungen für eine „Shareconomy“ und das Potenzial neuer Konsumformen. Und wir werfen einen Blick auf Netz-Projekte, die das Tauschen, Teilen und Weitergeben von Dingen vereinfachen wollen.

Das ungeschnittene Interview mit Nico Paech gibt es online in voller Länge zu hören.

Darin zwei spannende Aspekte, die es nicht in die Sendung geschafft haben: Einerseits die Frage, was das Teilen, Tauschen und Weitergeben mit Privatsphäre und dem Gefühl von Individualität macht (bei 9:00 im Mp3) andererseits die nach dem Unterschied zwischen kommerziellen und nicht-kommerziellen Projekten (bei 2:30 im Mp3):

Welchen Unterschied macht das, ob Geld fließt oder nicht?

„Wir haben in modernen Ökonomien ein Wachstumsproblem. Und wenn wir glauben, wir könnten die Ökologisierung unserer Wirtschaft dadurch herstellen, dass wir einfach neue Dienstleistungen oder auch neue sogenannte grüne Technologien (…) in Gang setzen, dann übersehen wir, dass das zusätzliche Geld, das damit verdient wird, wiederum zusätzliche Nachfrage generiert, nämlich nach Gütern und Dienstleistungen jeglicher Art, deren Produktion oder Bereitsstellung niemals zum ökologischen Nulltarif zu haben ist. Deshalb sind entkommerzialisierte Formen der neuen Versorgung natürlich unter dem Aspekt einer nachhaltigen Entwicklung oder (…) einer sogenannten Postwachstumsökonomie natürlich klar im Vorteil.“

Das finde ich eine ziemlich rigorose, interessante Haltung: Wenn Anbieter oder Nutzer von Plattformen zum Teilen, Tauschen, Leihen, Verschenken usw. Geld verdienen, dann wird dieses Geld wieder für neuen Konsum eingesetzt und das läuft der Postwachstums-Idee entgegen.

Auf der anderen Seite könnte man auch entgegnen, dass gerade die Möglichkeit, Geld zu verdienen, die Leute möglicherweise motiviert, Sachen zu teilen oder weiterzugeben. Und kommt es beim Geldausgeben nicht auch darauf an, wofür man wieviel ausgibt? Aus Paechs Antwort ergeben sich jedenfalls spannende Fragen zum Weiterdenken.

Octocat im Orcabot

Bram de Vries gibt im Betahaus Workshops zu 3D-Druckern. Am Freitag bin ich vorbeigegangen.

Bram zeigte uns, wie man mit dem schwarz-weißen Drucker „Orcabot“ die kleine Figur einer Octocat ausdrucken kann. Die Datei für das Modell hat jemand auf Thingiverse hochgeladen. Wenn man das ausdruckt, klingt der Drucker etwa so, wie es Axel Ganz für die Jahrgangsgeräusche aufgezeichnet hat.

Was uns Bram über das 3D-Drucken erzählt hat: Dass auch mal Algen und Schokolade in die Patrone kommen, man damit winzigkleine Nano-Modelle drucken kann, und Organe und sogar Fleisch mit 3D-Druckern hergestellt werden soll.

Einige Leute sagen, dass 3D-Drucker alles umkrempeln werden und wir bald jeder einen zuhause stehen haben. Aber dasselbe dachte man auch schon mal von der Mikrowelle, meinte Bram – und heute kochen wir immer noch auf dem Herd und im Backofen. Also mal sehen.

Noch einen Workshop gibt es nächste Woche, am 24., hinten im Betahaus, wo die offene Werkstatt Open Design City gerade umgebaut wird. Und demnächst können Leute, die 800€ investieren wollen, einen ganzen 3D-Drucker mit Bram bauen.

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Link zum Beitrag bei Deutschlandradio Kultur

Das grüne Internet

rostige Windraeder

Mehr und mehr Daten wandern in die Cloud, die Datenwolke. Das digitale Universum expandiert in rasender Geschwindigkeit und frisst immer mehr Ressourcen und Energie. Ist ein „grünes Internet“ vorstellbar, und wenn ja, wie könnte es aussehen? Beitrag nachlesen

Deutschlandradio Kultur | Forschung und Gesellschaft | 3.1.2013 | 19:30 | 29 Min (Audio nicht mehr online verfügbar)

Die Energie für unsere Daten

„Of all the things the Internet was expected to become, it is safe to say that a seed for the proliferation of backup diesel generators was not one of them.“

Die New York Times hat ein Jahr lang recherchiert, wie umweltfreundlich Datencenter eigentlich sind. Hier der Link zum NYTimes-Artikel vom September 2012.

Mehr Links

 A Greener Internet? 

Kamera läuft!

Sehr cooler Film darüber, wie die Digitalisierung die Arbeitsweise im Filmbusiness umgekrempelt hat und das auch weiterhin tut – von und mit Keanu Reeves, der sich für den Film einen extra fleckigen Dokumentarfilmerbart hat stehen lassen und mit sympatisch unsicherer Erzählstimme auf Reise durch die Welt der Formate geht. Die O-Töne liefern unter anderem Martin Scorsese, Danny Boyle und Lars von Trier:

Side by Side Official Trailer (2012) from Company Films on Vimeo.