Ironbloggerlese #5812

Rechnungen darf man ja auch bei irgendeiner Zahl beginnen.

Ich wage mal eine steile These: Wenn Ironblogger funktioniert, dann könnte das DAS Geschäftsmodell der Zukunft für die Verlage anstoßen: Autorinnen und Autoren werden jetzt nicht mehr schlecht bezahlt, sondern gar nicht – und mehr noch: Sie zahlen dafür, wenn sie nichts zustande bringen! Man stelle sich vor, wie so etwa die Tageszeitungen finanziert würden, die Radiosender und Wochenmagazine, und wie ungeschriebene Bestseller ganze Häuser über die Runden brächten „Ironbloggerlese #5812“ weiterlesen

EU-Datenschutz, NASA-Code und die Kopimisten

Medien und Meinungen für Breitband

Es gibt Details zum Entwurf der neuen EU-Datenschutz-Verordnung. Die soll es Facebook, Google und Co. schwerer machen, Datenprofile der Nutzer anzufertigen. Nutzer sollen ein Recht auf Kopie und Mitnahme eigener Daten aus sozialen Netzwerken und auf das Löschen persönlicher Daten bekommen. Ob die Grundeinstellung „Privacy by Default“ umgesetzt wird? Ende Januar soll der Entwurf fertig sein. Für die zweite Meldung geht’s ins All.

Die Nasa stellt ihren freien Programmcode zur Verfügung und lädt zum Mitmachen ein. Code.nasa.gov heißt die Webseite, auf der die US-amerikanische Raumfahrt-Behörde ihre freie Software verfügbar machen will. Das ist erstmal noch keine Raketenantriebssoftware. Auf dem NASA-Code-Repositorium bei Git liegen bisher unter anderem eine Android-Wetter-App, die Wetterberichte von anderen Planeten zeigt, und ein Programm zur Betrachtung von 3D-Weltkarten. Vielleicht ist ja bald was dabei, was ins All fliegt.

Die dritte Meldung kommt aus dem Norden. Schweden ist unserer Zeit wieder voraus und soll eine Gruppe Filesharer als religiöse Gemeinschaft anerkannt haben: Die Kirche der Kopimisten. Kopimisten glauben an das Kopieren, halten Daten für heilig und Kopierschutz ist für sie eine Sünde. Im dritten Anlauf soll es der 2010 gegründeten Gruppe gelungen zu sein, als religiöse Gemeinschaft anerkannt zu werden. Das ausschlagende Kriterium für die Behörden: Die Kopimisten halten Kopier- und Remix-Rituale ab. Das klingt wie ein Hoax. Oder sind die Kopimisten wirklich die erste konsequente „Netzgemeinde“?


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Update 10.1.2012: Das schwedische Kammerkollegiet hat bestätigt, dass die Kopimisten tatsächlich anerkannt wurden.

18.01.2012…und die New York Times hat sich die Kopimisten nochmal genau angeschaut: The First Church of Pirate Bay

Stop Online Piracy Act, CC 4.0, Facebook-Lob

Medien und Meinungen für Breitband


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In der ersten Meldung beschäftigt uns SOPA, ein umstrittenes Gesetzes-Vorhaben zu Online-Piraterie, das gerade in den USA verhandelt wird. Unternehmen und Organisationen machen im Netz dagegen massiv mobil. Kritiker befürchten, dass der “Stop Online Piracy Act” das Web 2.0 unmöglich machen könnte und eine Infrastruktur für Zensur schaffe. Die geplanten Regelungen würden es den USA gestatten, Internetanbieter zur Sperrung von Webseiten zu zwingen, sobald der Verdacht besteht, dass das Urheberrecht oder Markenrecht verletzt worden ist.

Um Urheberrechte geht es auch in der zweiten Meldung. Creative Commons plant eine neue Version der Netz-Lizenzen. Denn mit dem System der derzeitigen CC-Lizenzen, Version 3.0, gibt es in der Praxis immer wieder Probleme. Die neue, vierte Version des Lizenzmodells soll schon vor dem ersten Entwurf öffentlich diskutiert werden. In etwa einem Jahr sollen die Creative Commons 4.0 Lizenzen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Die dritte Meldung klingt sensationell: Deutsche Datenschützer loben Facebook! Denn Facebook drückt den deutschen Nutzern ihr neues Interface, die sogenannte Chronik nicht auf. Für den Zeitstrahl können sich Nutzer bewusst entscheiden, und dann noch eine Woche an ihr herumdoktorn, bevor alle sie sehen. Wegen der Datenmengen sehen die Datenschützer die Chronik aber gleichzeitig auch kritisch. Einige Nutzer sollen Facebook schon verlassen haben – abstellen kann man die Chronik, mit der auch alte Einträge wieder auftauchen, nicht mehr.

Wie grün ist die Wolke?

IT-Lösungen als smarte Instrumente gegen den Klimawandel: So warb die International Telecommunication Union ITU anlässlich des Klimagipfels in Durban für die Branche. Umweltschutzorganisationen werfen IT-Unternehmen hingegen vor, den Klimawandel selbst voran zu treiben – etwa wenn riesige Serverfarmen mit Kohlestrom betrieben werden. Wie relevant ist der ökologische Fußabdruck der digitalen Welt wirklich „Wie grün ist die Wolke?“ weiterlesen

Nachhaltigkeit für die Hosentasche

Umweltbewusst und „fairer“ leben ist in der Praxis ziemlich kompliziert. Aber es gibt ja für alles eine App. Jetzt sollen Smartphone-Apps auch helfen, sich im Alltag besser zu entscheiden, um nachhaltiger zu handeln.

Die kleinen Anwendungen scannen unterwegs Barcodes, vermitteln ökologische Zusammenhänge, errechnen CO2-Bilanzen und liefern Informationen zu Produkten und Händlern.

Für DRadio wissen habe ich mit einigen Apps einen kleinen Selbsttest gemacht. Bei Zeit online und dem BNE-Portal der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gebe ich einen Überblick zu den verschiedenen Apps.
„Nachhaltigkeit für die Hosentasche“ weiterlesen

Djüpp-djüpp-djüpp

Besprechung für die Sendung „Breitband

Startups sind gelegentlich Unternehmen, die Probleme lösen, von denen wir nicht wussten, dass wir sie haben. Beispiel: Quote.fm – eine Plattform zwischen Bookmarking-Dienst und sozialem Netzwerk, auf der Zitate aus gutem altem Text gesammelt und geteilt werden. Da bekommt man Leseempfehlungen mal anders, nicht über Titel oder Links, sondern verlinkte Textstellen. Ein bisschen mysteriös ist der aktuelle Hype um die Online-Zitatsammlung schon. Für Breitband hab ich mich auf der Seite umgesehen „Djüpp-djüpp-djüpp“ weiterlesen

Duqu, Staatstrojaner, Pseudonyme

Breitband – Medien und Meinungen 22.10.2011

Mit dem Herbst kommen die Viren. Und nicht nur die Grippe, auch die Computerviren gingen diese Woche wieder um. Analysten zweier Anti-Viren-Firmen berichten von einem neuen Virus, das Programmiercode mit Stuxnet teilt. Duqu heißt der neue “Hintertürtrojaner”. Außerdem gibt’s Neues von unserem ganz eigenen Staatstrojaner und Google: Der Konzern will Pseudonyme zulassen.
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Bild: Pixel Virus von ssoosay Surian Soosay auf Flickr, CC-by

Das ist mein Name!

Protest fürs Pseudonym und gegen Zwang zum Klarnamen

Breitband Netzkultur


Seit der strikten Politik von Google + ist die Debatte um Klarnamen und Pseudonyme im Netz wieder in vollem Gang. Google+ möchte Profile sperren, wenn der verwendete Name nicht mit dem echten Namen der Person übereinstimmt, und hat das in einigen Fällen auch schon gemacht. Jetzt fordert eine Initiative das Recht ein, sich seinen Online-Namen selbst auszusuchen. „My name is me“ heißt sie. Ich habe mir angeschaut, wer dahinter steckt, und mit Enno Park gesprochen, der als “Ennomane” bloggt. >Mp3-Mitschnitt

Improving the Aid Sector With Open Data

Interview with Peter Eigen of Transparency International at Open Aid Data Conference 2011 in Berlin

Mr. Eigen, how can Open Data, opening up data treasures, improve the development sector?

Peter Eigen: At Transparency International we’ve observed that countries with an open approach to information, like the Scandinavian countries, rank in the upper spheres of our corruption index, among the honest states. Countries like Germany, on the other hand, where you have a hard time getting insights into official files and information, rank much lower. From our point of view there is a direct correlation between the openness „Improving the Aid Sector With Open Data“ weiterlesen

Die Insel am Rande des Webs

In Kuba hat die Regierung das Internet noch im Griff

Für fluter.de.

Im improvisierten Studio blättert schon das Grün von der Wand. Mit Kopfhörern auf den kurzen schwarzen Haaren steht Julito vor dem Mikro. „Sagen Sie mir nicht mehr, was ich zu schreiben, zu singen habe“, fordert der 21-Jährige. Den Song „No Intenten“, übersetzt „Versuchen Sie es nicht“, hat der Kubaner zusammen mit seinem Freund, dem Rapper El Primario, aufgenommen und auf Youtube gestellt – ein Lied über Zensur, Unterdrückung und die Sehnsucht nach Freiheit und politischem Wandel…

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Bild: Aus dem Video zu „No intenten“