Neues Leben für alte Sorten

Die Initiative Social Seeds will neue Vielfalt in die Beete der Berliner Gemeinschaftsgärten bringen – vor allem mit den Pflanzensorten, bei denen sich die wirtschaftliche Nutzung in großem Maßstab heute nicht mehr lohnt. Ich habe die Social Seeds für die Zeitfragen im Deutschlandradio Kultur bei einem ihrer Treffen im Gleisdreieckpark besucht.

Ich saß im Baum und wollte fliegen

„Meine Strichmännchen mit vier Jahren sahen mehr aus wie Vögel als Menschen, und das ist seitdem nicht besser geworden.“ So erinnert sich Lars Jonsson an den Beginn seiner Leidenschaft für die Vogelmalerei. Mittlerweile kommt kein Ornithologe Europas an dem schwedischen Künstler vorbei, der mit fünfzehn Jahren seine erste Ausstellung im Museum für Naturgeschichte in Stockholm hatte. Heute lebt Jonsson auf der Insel Gotland. Ich habe ihn dort besucht.

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Die Waldohreulen haben Hunger

Nach der aufregenden Geschichte mit der Wildbiene, der der Buntspecht ein spektakuläres Ende bereitete, hat der urbane Dschungel Neues auf Lager. Auf einer Tanne haben sich nämlich die Waldohreulen niedergelassen, und wenn es dunkel wird, hört man sie. Der piepsige lange Ton kommt von den Jungen, die vermutlich Essen bestellen. Das bellende Geräusch aus der Ferne gehört der alten Waldohreule. Am Himmel die Umrisse ihrer großen Schwingen, unten kreuzte der Stadtfuchs. Mich wundert von jetzt an gar nichts mehr.

Die Mauerbiene räumt auf

Während sich andere einen ganzen Schwarm anlachen, ist bei uns eine kleine Singlebiene eingezogen: In den Dübellöchern vorm Balkon.

Eigentlich wollten wir sie zuspachteln, da kam die Biene, checkte die Löcher aus, probierte, ob sie auch gut reinpasst und kurz darauf hatte sie sie mit Lehm verspachtelt. Nun wachsen da drin ganz sicher weitere Dübelbienen heran, wir sind gespannt.

Dass es solche Wildbienen gibt, die ohne Schwarm ganz allein unterwegs sind – ich hatte ja keine Ahnung. Gut, dass es Freunde gibt, die nicht nur Kekse, sondern auch Honig mögen. Den kriegen sie von einer Biene wie dieser natürlich nicht.

Die kleine Wildbiene war offensichtlich noch nicht fertig, und so kam sie bald wieder, um die anderen Löcher anzuschauen, die es noch gab. In einigen musste sie erstmal aufräumen. Klar, würde ja jeder so machen, beim Neueinzug. Erstmal den ganzen Schutt raus.

Jetzt ist das Bohrloch sauber und die Biene weg. Wartet wahrscheinlich in einem benachbarten Dübel drauf, dass der Regen endlich aufhört.

Auf’m Kudder

Um vier aus dem Bett, um fünf aus dem Hafen. 14 Stunden auf See. Rausfahren, rumliegen, quatschen, sich ausfragen. Nach Sonnenaufgang die schwere Winde anschmeißen und das Netz ins Meer lassen.

Fünf Stunden warten, schlafen, quatschen, den Funk hören. Schiffe gucken durchs Fernglas. Muffins von der Schwiegermutter. Müßiggang, bis das Netz voll ist.

Die Winde andersrum drehen, das Netz an Bord hieven, Fischausnehmen im Akkord – Kabeljau und Plattfische, Hunderte von Kilo, zack, zack, zack.

Eine Tonne Fisch, den Rest kriegen die Möwen. Knochenarbeit.

Der zweite Hol: Netz hoch, Fische raus, Wasser rein, ein Keschervoll ausnehmen, in die Körbe pfeffern, mit dem Schlauch abspülen, nächster Kescher. Alles in die Plastikkisten, fertig fürs Lager.

Der Kutter macht kehrt, es wird dunkel. Um sieben im Hafen, nur noch ausladen, dann ist der Tag vorbei.

Landkrank schwankend nach Hause. Um vier aus dem Bett, um fünf aus dem Hafen. Ich schlafe durch.

Seeigel Nimmersatt


Das Meer vor den Kanarischen Inseln ist ein Paradis, nicht nur für Touristen. Auch der Diademseeigel fühlt sich hier wohl – so wohl, dass er die Artenvielfalt der Steinböden bedroht. Zu fürchten hat er wenig, denn seine Feinde landen auf den Tellern der Touristen und in den Fängen der Sportfischer.

Da liegt der Plan nicht weit, den gefräßigen Stachelhäuter selbst zur Delikatesse zu machen und so Geld in die krisengebeutelten Kassen der Fischer und Restaurants spülen. Doch Meeresbiologen von der Universität La Laguna auf Teneriffa sind skeptisch. Ihre Forschungen haben ergeben, dass der Plan vom Umweltproblem zur Delikatesse nicht aufgeht. Die Wissenschaftler fordern eine nachhaltigere Fischerei und den Aufbau von Meeresschutzzonen. „Seeigel Nimmersatt“ weiterlesen

Froschlaub

Ich bin wohl in einer Froschphase. Gesehen am Stadtsee von Templin, anderthalb Stunden von Berlin entfernt: Am schattigen Sechs-Seen-Wanderweg sind gerade viele kleine Tiere zu sehen: Blaue Libellen, flauschige Raupen, viele Vögel und Frösche. Gestern überraschten wir eine dunkelgrüne Ringelnatter bei ihrem Abendessen, das sie dann fluchtartig auf dem Weg liegen ließ, das arme. Am Himmel kreiste ein großer Raubvogel, laut unserem Hobby-Ornithologen ein Milan.

Laut Wanderwegsschild leben in dem Naturschutzgebiet sogar Eisvögel und Seeotter. Kleine Badestellen gibt es auch. Ein echt schönes Gebiet zum Wandern an einem sonnigen Wochenende, oder noch besser in der Woche – wenn nur die Mücken-Armadas nicht gewesen wären…autsch!