Zum Thema Plastik in den Ozeanen finden sich in den Medien eine Menge verschiedener Zahlen. Das ist mein Notizzettel, um verschiedene Schätzungen und Infos aus dem Netz zu vergleichen. Über den Link auf Medium/Monat/Jahr geht es zum Original-Artikel, sofern der noch im Netz verfügbar ist. In diesem Post geht es um Angaben, die sich auf die Weltmeere insgesamt beziehen. Im nächsten Post vergleiche ich die, die zu bestimmten Teilen des Meers zu finden sind. Diese Liste verändert sich immer mal wieder. Sofern ich wissenschaftliche Quellen finde, stelle ich sie dazu. Wenn die Liste zu unübersichtlich wird, fasse ich das Wichtigste in den grauen Kästen zusammen. Über Hinweise auf Fehler und weitere Quellen freue ich mich. Letzte Änderung: 28.08.2012
Ein paar Hinweise dazu:
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Gewicht von Kunststoff in den Weltmeeren
Gewicht von Kunststoff in den großen Meereswirbeln
Plastikteile pro km2 Ozean
Gewicht des jährlich eingebrachten Abfalls/Kunststoff
Anteil des Kunststoffs am Müll im Meer
Menge des Abfalls, die der Mensch ‘direkt ins Meer wirft’
Anteil des jährlich produzierten Kunststoffs, der im Meer landet
Anteils an Plastik im Meer, das vom Festland kommt
Anteil, der zu Boden sinkt
Sichtbare Müllteile auf dem Meeresboden pro km2
Gewicht von Kunststoff in den Weltmeeren
“In the open ocean, the abundance, distribution, and temporal and spatial variability of plastic debris are poorly known.” Law et al 2010
In den Medien ist von 100 Millionen Tonnen bis zu Abermilliarden Tonnen die Rede. Auf dem Blog der Organisation 5Gyres überschlägt Stiv Wilson das Gewicht grob auf 315 Milliarden Pfund, —> ungefähr 142 Millionen Tonnen und führt gegen Kritik an seiner Methode eine weitere Schätzung von 280 Milliarden Pfund an, —> etwa 127 Millionen Tonnen. Sein einschränkender Kommentar: “I’m trying to calculate the incalculable.” Marzia Sesini schätzt in einer Masterarbeit auf der Grundlage von Daten und Modellen das Gesamtgewicht in den großen Wirbeln auf 36 939 Tonnen (3,6 * 103), wobei diese Gebiete nur einen Teil der Ozean-Oberfläche ausmachen.
Zahlen aus Medien und Netz:
Quellen und Links
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Gewicht von Kunststoff in den großen Meereswirbeln
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“Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Müllmenge in verschiedenen Meeresgebieten unterschiedlich groß ist. In vielen Bereichen zählten die Forscher zwischen 0 und 10 Plastikteilen pro Quadratkilometer. Im Ärmelkanal waren es zwischen 10 und 100 Teilen. In den Küstengewässern Indonesiens schließlich wurden je Quadratmeter 4 Müllteile gemessen – ein Vielfaches des Durchschnittswerts.” World Ocean Review 2010
Die UNEP berichtet 2005 von 13.000 Teilen pro Quadratkilometer (S.ii, 4) nennt aber, wie NOAA feststellt, keine Quelle. Ein UNEP-Dokument von 2006 berichtet von über 46.000 Teilen pro Quadratmeile (S.29, 54). Das entspricht umgerechnet etwa —> 17.760 Teilen pro Quadratkilometer. In einem Greenpeace-Bericht, der diese Angabe kritisch hinterfragt, wird das auf 18.000 gerundet (S.9). Auch zur Angabe von 46.000 Teilen pro Quadratmeile nennt die UNEP keine Quelle und erklärt sich ausdrücklich als nicht verantwortlich: “This list is taken from various literature sources and does not attempt to be exhaustive. The author is not responsible for the accuracy of these facts.”
Bisher konnte ich keine Quelle für 13.000 oder 18.000 Teile pro km2 oder 46.000 pro Quadratmeile Ozean finden. In den Medien ist teilweise auch von 46.000 Teilen pro Quadratkilometer die Rede. Möglicherweise beruht das auf einer Verwechslung der Größeneinheiten Meilen und Quadratkilometer.
Zahlen in den Medien: 13.000, 18.000, 46.000
Quellen und Links
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Gewicht des jährlich eingebrachten Abfalls/Kunststoff
“Our knowledge of the possible quantity of marine litter entering the seas and oceans still relies too heavily estimates such as the US National Academy of Sciences (1975) value of 6.4 million metric tonnes of marine litter per year. This number is compiled exclusively from maritime sources, i.e. “litter generated in the oceans”, such as by shipping, fishing and the military transport and does not include land- based sources.” GESAMP 2010
In den Medien ist häufig von 6,4 Millionen Tonnen zu lesen, mal in bezug auf Plastik (BZ 2/2012), mal auf Müll inklusive anderer Materialien. UNEP und der World Ocean Review 2010 datieren die Zahl auf 1997, ebenso Derraik 2002. Die GESAMP weist jedoch darauf hin, dass die Angabe der US National Academy of Sciences (NAS) von 1975 stammt und sich nur auf den von Schiffen ins Meer gelassenen und verzeichneten Müll bezieht. Unter dem Begriff “Marine Litter” fasst die NAS-Studie von 1975 verschiedene Materialien wie Plastik, Papier, Glas, Metall und Baumstämme zusammen. Das Ergebnis sind 6,36, gerundet 6,4 Millionen gross tons —>6,5 Millionen metrische Tonnen.
Andere versuchen zu schätzen, wie viel Prozent der jährlichen Plastikproduktion ins Meer geht. “As much as 10 percent of the 260 million tons of plastic produced annually” schätzen die National Geographic News 07/2010, das wäre also ein Gewicht von —> 26 Millionen Tonnen. Das AlterNet 2/2012 verweist auf Greenpeace “…of the 200 billion pounds produced annually, 10 percent makes it into the ocean”. 200 Milliarden Pfund sind 90 718 474 metrische Tonnen, zehn Prozent davon rund 9 Millionen Tonnen.
“While the NAS (1975) study estimated then-legal dumping of waste from ocean vessels, an accurate, current estimate of debris entering the oceans would need to measure debris entering from rivers, storm sewers, beach litter, illegal dumping at sea, and many other avenues.” NOAA
Quelle:
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Anteil des Kunststoffs am Müll im Meer:
“The literature on marine debris leaves no doubt that plastics make-up most of the marine litter worldwide (Table1).Though the methods were not assessed to ensure that theresults were comparable,Table1 clearly indicates the predominance of plastics amongst the marine litter, and its proportion consistently varies between 60% and 80% of the total marine debris.”
The pollution of the marine environment by plastic debris: a review. Jose G.B. Derraik (2002)
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Menge Müll, die der Mensch ‘direkt ins Meer’ wirft
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Anteil des jährlich produzierten Kunststoffs, der im Meer landet
Häufig ist von 10 oder bis zu 10 Prozent die Rede, etwa in der FAZ 1/2011, den National Geographic News 07/2010 und AlterNet 2/2012, die als Quelle die Umweltorganisation Greenpeace nennen. Die wissenschaftliche Quelle dieser Angabe habe ich bisher noch nicht gefunden.
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Anteils Plastik im Meer, das vom Festland kommt
“We truly can’t say what the land- and ocean-based percentages are with any certainty or accuracy” NOAA
Zitiert wird das Verhältnis etwa in jetzt.de 3/2010, arte 2/2011 und Welt online 6/2011, die die UNEP als Quelle nennen. Die taucher revue 9/2010 bezieht sich auf IUCN, wenn sie schreibt: “Der Müll gelangt zu 80 Prozent über Flüsse, den Wind oder durch Abfalldeponien aus dem Landesinnern ins Meer.” Noch 2009 schrieb dagegen Zeit online: “Das meiste stammt aus der internationalen Schifffahrt”. 2009 kamen laut UNEP 58% des bei Säuberungsaktionen gesammelten marinen Mülls von “shoreline und recreational activities”, von 7.4 Millionen Pfund in 108 Ländern gesammeltem Mülls (abgerufen am 5.9.11).
“The figure that an estimated 80% of the garbage comes from land-based sources and 20% from ships is derived from an unsubstantiated estimate. (…) Postulated in Moore 2004″Wikipedia, abgerufen 14.09.2011
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“The fate of plastic particles that become dense enough to sink below the sea surface is unknown, and we are unaware of any studies of seafloor microplastics offshore of the continental shelf.” Law et al 2010
An verschiedenen Stellen ist zu lesen, dass etwa 70 Prozent der Abfälle an den Boden sinkt, etwa im World Ocean Review 2010. UNEP nennt als Quelle Studien in der Nordsee und nahe Australien. Von den restlichen 30 Prozent lande demnach die Hälfte am Strand, die andere gleite im Wasser (abgerufen am 5.9.11). Die Namen der Studien führt das UNEP-Dokument nicht auf.
“Because the cohort of pelagic organisms that ingest plastic, their ingestion rates, and the fate of ingested plastics are unknown, it is impossible to estimate the size of this sink.” Law et al 2010
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Sichtbare Müllteile auf dem Meeresboden pro km2
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