Jetset des Guten und Halbguten

In der Le Monde Diplomatique ist heute morgen eine ganz großartige Geschichte von Kathrin Röggla. Leider, leider finde ich sie nirgends online.

Es geht um „die Vielflieger“. Röggla erzählt den Flug einiger jetsettender Weltverbesserer. Von der WHO-Dame bis zum Public-Private-Partnership-Berater sitzen sie alle zusammen im Flieger, um „top down“ auf die Welt abzuspringen und Gutes zu verbreiten.

Einer hat vor, die Schulbuchwelt Kirgisiens in nur zwei Tagen zu retten. Der Nachhaltigkeitsprofessor ist aufgestanden und übt schon mal für seinen Vortrag über die Grenzen des Wachstums, indem er den anderen Fluggästen Flugdiät predigt.

„Wir finden das im Prinzip richtig, was er sagt, wir wollen unser Leben ja alle ändern, sitzen aber noch im Flugzeug und wissen noch immer nicht, ob jetzt noch Drinks kommen. Oder doch eher Einbrüche an den Rohstoffmärkten (…).“

Von hinten nervt der Wassermensch mit vernebelten Schwaden über Baumwollbauern in Usbekistan.

„Aber wir sind ja im Prinzip unterwegs im Guten oder Halbguten. Wir wollen den Aufbau, die Verbesserung der Lebensqualität, auch wenn unsere Arbeit uns oft vergeblich erscheint. Hier in Reihe 4 bis 9. Weiter hinten, das wissen die Götter. Die Reihe 27 macht beispielsweise andauernd Lärm. Sind das Investmenthaie, die gekommen sind? Die, die in Sachen Ölpipeline unterwegs sind?“

Der Landeanflug kommt irgendwie überraschend, und in welcher Stadt ist man nochmal genau?

Ganz wunderbar der Artikel, dürfte der Netz- und Nachwelt eigentlich wirklich nicht vorenthalten werden.

3 Gedanken zu „Jetset des Guten und Halbguten“

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