Die Entmüllung der Meere

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Die Produktion steigt, Jahr für Jahr gelangt mehr Plastikmüll in Flüsse, Seen und Ozeane. An Ideen, was man dagegen tun kann, mangelt es nicht: Vom biologischen Abbau über Plattformen zur Reinigung der Meere bis zu Müllfischen und Recycling reichen die Vorschläge. Doch welche der Strategien funktionieren? Beitrag nachlesen

Deutschlandfunk | Wissenschaft im Brennpunkt | 7.4.2013 | 27 Min

Bisher ist nur in Ansätzen verstanden, welche Gefahren vom Plastikmüll im Meer ausgehen. Niemand weiß, wieviel Kunststoff schon in den Meeren schwimmt. Was für Folgen etwa das winzigkleine Mikroplastik für Lebewesen und Ökosysteme der Meere hat, wird gerade erst erforscht. Sicher ist aber, dass laufend weiter Müll in die Meere gelangt und dass er bereits jetzt Ökosystemen, Fischerei und Tourismus massiv schadet.

Wie also lässt sich das Problem lösen? Könnte man den Müll mit Drohnen oder Plattformen wieder aus dem Meer fischen? Sind abbaubare Biokunststoffe die Lösung? Müssen Recycling und Kreislaufwirtschaft verbessert werden, oder kann nur eine Einschränkung des Einsatzes von Kunststoff helfen?

Das Feature stellt Lösungsvorschläge vor, die in Medien, Netz und Öffentlichkeit als hoffnungsvoll präsentiert worden sind, und hinterfragt sie kritisch: Wie spekulativ und wie realistisch sind die Ideen, welche von ihnen haben Aussicht auf Erfolg?

Während der halbstündigen Sendung vergeht der 15-stündige Arbeitstag auf dem Kutter des Fischers Gunnar Gerth-Hansen: Vor der Ostsee-Insel Fehmarn sticht er morgens früh in See und wirft das Schleppnetz aus. Beim Schlachten findet er einige Stücke Müll. Er berichtet, was er in den letzten Wochen alles an Kunststoff aus der See geholt hat. Die Fundstücke der letzten Wochen warten in einem großen Sack am Bug des Schiffes – ein Schuh, ein Eimer, ein alter Stuhl.

Doch die Suche ist mühsam. Das Projekt „Fishing for Litter“, an dem der Fischer teilnimmt, entpuppt sich letztlich mehr als Umwelt-Kampagne, denn als echte Möglichkeit, den Müll im Meer zu minimieren.

Zwischen den O-Tönen der Reportage erörtern Wissenschaftler und Experten aus Forschung, Industrie, Umweltschutz und Politikberatung das Problem und die Möglichkeiten, den Müll im Meer zu bekämpfen:

  • Rückgewinnung durch Schiffe, Drohnen, Säuberungs-Plattformen
  • Neue Materialien: Biokunststoffe, die sich im Meer auflösen
  • Aufklärung gegen achtloses Wegwerfen in die Umwelt
  • Rückführung in Kreislauf durch besseres Recycling
  • Verringerung des Verbrauchs und der Produktion von Kunststoffen
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    Auch utopische Ideen, die im Internet eine virale Karriere gemacht haben, werden in O-Tönen vorgestellt und kritisch beleuchtet. Erzählerisch bewegt sich das Feature von den Lösungsansätzen am Ende der Problemkette, etwa der Rückgewinnung aus den Ozeanen, zum Anfang der Kette, dem Konsum und der Herstellung von Kunststoffen.

    „Die Entmüllung der Meere“
    Wissenschaft im Brennpunkt Deutschlandfunk
    Manuskript | Links

    Auszeichnungen
    UMSICHT-Wissenschaftspreis 2015
    Shortlist Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus 2014
    5 Sterne bei Mediendoktor Umwelt

    Fotos von der Reise
    (zum Vergrößern klicken)


    Mit dem Kutter von Gunnar Gerdt-Hansen vor Burgstaaken auf der Insel Fehmarn

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